Handwerker machen Dampf auf

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Sächsische Schmalspur-Eisenbahngeschichte soll in Oberrittersgrün erzählt werden. Der Ausbau läuft auf Hochtouren. Foto: Christof Heyden

Bauarbeiter haben das Bahnhofsgebäude des zukünftigen Sächsischen Schmalspurbahn-Museums in Rittergrün fest in ihrer Hand.

Rittersgrün. Seit April 2017 geben sich die Gewerke die Klinke des Empfangsgebäudes in die Hand. Wurde seitdem grob gewerkelt, geht es jetzt an den filigraneren Ausstellungsaufbau. Der illustrative Ausbau des Bahnhofes im Auftrag der Gemeinde Breitenbrunn basiert auf einem deutsch-tschechischen Kooperationsprogramm und wird durch die EU gefördert. Dafür wird ein siebenstelliger Betrag in das aus drei Abschnitten bestehende Projekt investiert. So ist das Empfangsgebäude ein Teil, die Freianlagen und Leitsysteme verkörpern den zweiten Abschnitt und das Aufarbeiten des Schmalspurfuhrparks gilt als weitere Aufgabe. Während der laufenden Modernisierungsarbeiten können Gäste den Lokschuppen und die  Außenanlagen besuchen.

Das Bahnhofsgebäude wird derzeit schmuck hergerichtet. Foto: Christof Heyden

Verlaufen geplante Bau- und Einrichtungsarbeiten planmäßig, rechnen Verantwortliche damit, im Mai die Übergabe dieses Abschnittes zu bewerkstelligen. Im Gebäude soll auch die Touristinformation des Ortes ein schmuckes Domizil erhalten. Indes: Als unliebsame Überraschung gilt der zwischenzeitlich gefundene Hausschwamm im Dachbereich, der weitere Anstrengungen bedeutet.

Die Pöhlwasserbahn genannte Schmalspurstrecke, weil am gleichnamigen Bachlauf verlaufend, verband im Westerzgebirge die Gemeinden Grünstädtel und Rittersgrün. Die 1889 eröffnete Strecke wurde 1971 stillgelegt. Einst nutzten Pendler im Berufsverkehr die Bahn in Richtung Schwarzenberg für den Arbeitsweg. Die Bahn überstand den Zweiten Weltkrieg ohne Schäden.

Das Fremdenverkehrsamt soll ebenso am Stondort moderne Räume erhalten. Foto: Christof Heyden

Und als ab 1949 der Uranbergbau seinen Aufschwung nahm, brachte er der Schmalspurbahn eine kurze neue Blütephase. Das Fahrgastaufkommen und die beförderte Tonnage wuchsen stetig. Dennoch, auf Dauer war die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben, das Bähnle hatte ausgedampft.

Später wurde die Kommune Eigentümer des Geländes, kaufte Technik an. Ab 18. Juni 1977 eröffnete Oberrittersgrün als erstes Eisenbahnmuseum in der DDR seine Tore.