Gespielter Alltag: Äner spinnt immer

Mit einem stimmungsvollen Mundart-Lustspiel sind die Mimen des Musikvereins Neuwürschnitz am Wochenende mit ihrem begeisterungsfähigen Publikum in die 28. Theatersaison gestartet. Ein ausverkauftes Haus zeigt: heimischer Zungenschlag ist beliebt

Oelsnitz. Das soziokulturelle Zentrum Neuwiese erwies sich am Wochenende als Anziehungspunkt der Mundarttheater-Fangemeinde. Erneut luden die Akteure des gastgebenden Musikvereins zu einem sprachbestimmten Erlebnisformat, welches als herzerwärmende und Lachmuskel strapazierende Spielkost so recht nach dem Geschmack des Publikums der ausverkauften Vorstellungen war.

Die Theatergrueppe des Musikvereins hat das Lustspiel Äner spinnt immer in erzgebirgischer Mundart 2026 inszeniert. Foto: Christof Heyden


Acht Aufführungen bringen die Mimen um Regisseurin Susanne Kretschmar in ihrer 28. Saison auf die Bühne. Unter dem Titel Äner spinnt immer gibt das Ensemble diesmal den Blick frei in die erzgebirgische Pension Ballermann.

Die Weibsbilder begeistern sich für Otto Ofenloch (Tino Richter), auch Ria Baleno (Susanne Kretschmar) gehört dazu. Foto: Christof Heyden


Diese Herberge ist Wohnstätte für einen Mix an Zeitgenossen unterschiedlichster Couleur, Typen, die eines charakterisiert: sie pflegen eine besondere Eigenheit. Gerade dieser Aspekt schürt das dramatische Geschehen.

Die Weibsbilder begeistern sich für Otto Ofenloch (Tino Richter), auch Schriftstellerin Christine Frank (Nadja Schettler) gehört dazu. Foto: Christof Heyden

Glaubt doch ein hinzukommender reicher und stetig auf der Suche nach spektakulären Erlebnissen suchender Onkel, hier in die Szenerie eines ihm vorgegaukelten Irrenhauses eintauchen zu können. So nehmen die Ereignisse ihren von Verwechslungen und Irritationen bestimmenden Partyverlauf.

Im turbulenten Geschehen geht Weltreisender Julius Ludwig (Volker Kunz) schon Mal zu Boden, die Pensionsgäste heöfen ihm auf. Foto: Christof Heyden

Was für Außenstehende als absurd erscheint, spiegelt dennoch den Alltag: Mitmenschen werden für ihren Spleen als verrückt erachtet. So ergeht es etwa jenem Theaterfreund, der partout mit Sprachfehler ein Schauspieler werden will.

Wolfgang Schlegel als Bruder Wipperling, Lydia Kretschmar als Siglinde Foto: Christof Heyden


Die landläufige Meinung, die spinnen doch! wird zugespitzt dramatisiert auf die Bühne gebracht. Und das zum Vergnügen der Schaulustigen. Jörg Schubert brachte stellvertretend zur Premiere die Genugtuung der Truppe zum Ausdruck, mit ihrem Spiel wiederum großen Anklang und begeisterungsfähige Atmosphäre für ihre Leidenschaft zu finden. Nunmehr richten die Neuwürschnitzer ihren Blick auf das 2027 zu feiernde 30. Jubiläum ihres Vereins. (hy)

Jörg Schubert bedankt sich stellvertretend für das Ensemble für den Beifall des Publikums und das Interesse am Theaterspiel. Foto: Christof Heyden

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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