Mit dem symbolischen Abbau des markanten Modells der Seiffener Kirche samt dem Einsammeln der zwei Handvoll Besucher des Gotteshauses im Miniaturformat haben die Mitglieder des Vereins Klein Erzgebirge am Wochenende das Saisonfinale 2026 eingeläutet.
Oederan. Ungeachtet misslichen Herbstgraus nutzen teils weit gereiste Gäste noch die Gelegenheit, noch einen Blick in die älteste Schauanlage ihrer Art in Deutschland zu werfen. Während der Publikumsverkehr nunmehr versiegt, werden die Oederaner unter der Woche fleißig im Freigelände agieren.
„Für die rund 44 Vereinsfreunde heißt es wie alle Jahre wieder zum Novemberauftakt, einen Großteil der 220 Modelle zu demontieren. Diese wiederum bestehen oft aus vielen Einzelteilen, so werden auch über 1.200 Holzfiguren und Accessoires wie Tiere, Fahrzeuge, Boote, Liegestühle und Minispielsachen ins Winterquartier gebracht“, so Vereinschef Michael Keller. Während eine Gruppe die Objekte aus ihren Standorten hebt, mache sich andere am zentralen Treff ans Grobreinigen dieser Exemplare. Eine weitere Gruppe wird diese wiederum auf Transportmittelverladen, um sie ins Winterquartier zu bringen.
Der Vereinschef blickt mit seinen Gastgebern auf eine durchwachsene Saison. „Im ersten Resümee stehen über 21.000 Gäste zu Buche, dass ist im Schnitt wieder etwas weniger als die aus den Vorjahren bekannte Größenordnung. Leider zeitigten erneut Wetterlagen und Straßenbauarbeiten, bei denen die Innenstadt abgeriegelt war, kein höheres Besucheraufkommen“, so Michael Keller. Zu Höhepunkten zählt er die im Sommer veranstaltete 19. Nacht im Klein Erzgebirge, zu der die Modelle der Montanregion Erzgebirge im Blickpunkt standen.

Den eigentlichen Jahresabschluss werden die Heimatfreunde am ersten Adventswochenende gestalten. „Am 29. November laden Kultureinrichtungen der Stadt zur gemeinsamen Glanzlichterveranstaltung ein. Die wird 14.30 Uhr zusammen mit dem Dramatischen und dem Kultur- und Kunstverein auf dem Markt mit dem Start der Stadtpyramide ins Rollen gebracht. Dem folgen verschiedene Programmpunkte in der Innstadt. Wir werden mit Gästen unsere Traditionspyramide anschieben, den Weihnachtsmann wecken und den Stollenanschnitt vollziehen“ schaut der Vereinschef voraus.
Auch für eine Reihe Miniaturmodelle beginnt noch nicht der Winterschlaf. „So werden wir wieder das Einkaufszentrum Sachsenallee in Chemnitz dekorieren, gleiches geschieht auf Schloss Osterstein in Zwickau und auch im Röhrsdorf-Center und der Stadtinformation Dresden sind unsere speziellen Botschafter des Klein Erzgebirges ausgestellt.“
Die Planungen für die kommende Saison sind bei den Bastlern in vollem Gange. „Wir bringen uns in die Feierlichkeiten zum 800. Stadtgeburtstag ein, werden die Freiluftanlage entsprechend herrichten. Zudem wollen wir einen Programmbeitrag für den in Plauen zu feiernden tag der Sachsen einbringen. Fest steht die Neuauflage der Nacht im Klein Erzgebirge, die auf den 31. Juli 2027 terminiert ist.“ (hy)

Im Mai 1933 wurde das Kleine Erzgebirge unterhalb der früheren Gaststätte Waldeinkehr eröffnet, seinerzeit mit 60 Häuschen der Region. Der Krippenverein wurde 1909 gegründet, aus dem sich 1924 der Verein für heimatliche Volkkunst abspaltete. Seit 1955 öffnet die Miniwelt auf dem Gelände im Stadtpark. (hy)





