Die Akteure der Interessengemeinschaft Pressnitztalbahn erhöhen die Betriebstemperatur. Am Pfingstwochenende wird wieder für einen Höhepunkt der Schmalspur-Eisenbahngeschichte gesorgt.
Jöhstadt. Die Vorbereitungen im Schwarzwasser- und Preßnitztal für diese drei Tage laufen auf Hochtouren. Vom 23. bis zum 25. Mai 2026 gibt es entlang der Museumsbahn zwischen Steinbach und Jöhstadt ein buntes Programm für Jung und Alt sowie Groß und Klein, an allen drei Tagen findet umfangreicher Fahrbetrieb statt. Der erste Zug verlässt Jöhstadt um 8:20 Uhr, am Sonnabend und am Sonntag kehrt der letzte sogar erst nach Mitternacht zurück. Dampfzugfahrten durch die Dämmerung einer lauen Frühlingsnacht stellt in jedem Jahr wieder ein unvergessliches Erlebnis dar.
Besonders hervorzuheben ist in diesem Jahr der Pfingst-Besuch der Dampflok 99 1585-1, derzeit beheimatet bei der Schwarzbachbahn in Lohsdorf in der sächsischen Schweiz. Die 1912 von der Sächsischen Maschinenfabrik (vormals R. Hartmann AG) in Chemnitz gebaute Schmalspurlok wird gemeinsam mit den vier betriebsfähig in Jöhstadt stationierten IV K zu erleben sein. Mit Dampfloklegende I K und der VI befördern also sieben (!) Dampfloks an den drei Tagen die Museumszüge.

Von den einst 96 gebauten Exemplaren der Gattung IV K existieren 22 noch heute, die meisten bei der Preßnitztalbahn. Gemeinsam mit 99 1595-1 sind also an den Pfingsttagen mehr als die Hälfte der neun noch einsatzfähigen sächsischen IV K zwischen Jöhstadt und Steinbach zu erleben. So etwas gab es seit vielen Jahren nicht mehr und es ist mehr als fraglich, ob eine solche Konzentration betriebsfähiger IV K je wiederholt werden kann.
Alle beteiligten Lokomotiven werden von Sonnabend bis Montag gegen 8 Uhr an jedem Morgen im Lokschuppenareal den frühen Besuchern präsentiert. Neben dem Fahrbetrieb warten mehrere bunte Festmeilen und die örtliche Gastronomie mit verschiedensten Angeboten auf. In der Ausstellungs- und Fahrzeughalle in Jöhstadt-Schlössel zeigen viele Modellbauer wieder ihre großartigen Modellbahnanlagen. Modellbahner aus Schwarzenberg bauen ihre Gartenbahn direkt in der Halle erst auf.
Auch der Modellbahn-Marktführer Märklin präsentiert seine Gartenbahnmarke LGB mit einem großen Stand, die Experten dort stehen gerne für Fragen rund um LGB zur Verfügung.

Weiterhin sind vor dem Bahnhofsgebäude in Jöhstadt die Dampflokomotiven 99 4511 und 99 4701 mit Güterzügen ausgestellt, beide in den 1960 Jahren im Ausbesserungswerk Görlitz der Deutschen Reichsbahn im Rahmen einer sogenannten Großteilerneuerung quasi neu entstanden. Und vielleicht kann noch ein weiteres Ausstellungsstück begutachtet werden ….
Im historischen Warteraum in Jöhstadt präsentieren Vereinsmitglieder das sorgsam erarbeitete Museumskonzept. Die Ausstellung zeigt, wie das gesamte Bahnhofsgelände zwischen dem Empfangsgebäude und dem Lokschuppen in den nächsten Jahren zu einem hochinteressanten Erlebnisbahnhof gestaltet wird. Bestandteil des Museums wird auch die in einem Nebengebäude untergebrachte Fahrkartendruckerei sein, an allen drei Pfingsttagen ebenfalls geöffnet. Alle Besucher können sich auch einen Überblick über den Stand der notwendigen Baufeldfreimachung verschaffen. Ein Ereignis, auf das nicht nur alle Mitglieder der Preßnitztalbahn, sondern auch unzählige weitere Eisenbahnfreunde seit Jahrzehnten warten.

Von Sonnabend bis Montag verkehrt zudem ein historischer Kraftomnibus der „Ausflugslinie Preßnitztalbahn“ zwischen dem Bahnhof Steinbach der Preßnitztalbahn und dem Bahnhof Wolkenstein mit Anschluss zu Zügen der DB Erzgebirgsbahn. Im Preßnitztal werden Haltestellen in Großrückerswalde, Niederschmiedeberg und Oberschmiedeberg bedient.
Weiterführende Auskünfte zu den Pfingstfahrtagen und viele zusätzliche Informationen unter 03 73 43 / 80 80 37 und im Internet unter www.pressnitztalbahn.de (PM)





