Männelmacher – ein Beruf mit Zukunft  

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Haben allen Grund sich zu freuen: Sechs Facharbeiter der Holzspielzeugbranche aus Seiffen. Foto: Verband

Seiffen. Die erzgebirgischen Holzspielzeugmacher blicken optimistisch auf ihren Berufsstand: Sechs jetzt frei gesprochene Facharbeiter machen Hoffnung für die Personalentwicklung in der Branche. Zum Monatsende August erfolgte die feierliche Übergabe der Facharbeiterbriefe nach dreijähriger Ausbildung. Vier der Azubis absolvierten ihre Ausbildung bei der Firma Wendt & Kühn, zwei weitere bei der Firma Christian Ulbricht.

Seit 1936 gibt es den Beruf des Holzspielzeugmachers – seit 1995 ist er bundesweit als Ausbildungsberuf anerkannt und wird deutschlandweit nur im Kurort Seiffen ausgebildet. Die dreijährige Ausbildung vermittelt eine fundierte Grundlage für vielseitiges Arbeiten mit dem Werkstoff Holz – von der manuellen und maschinellen Holzbearbeitung über das Schnitzen und Drechseln bis hin zum Bemalen und Dekorieren.  

Mit Beginn des Ausbildungsjahrs 2021/22 werden 11 junge Menschen ihre Lehre zum Holzspielzeugmacher antreten. Der positive Trend der Lehrlingszahlen der letzten Jahre kann demnach fortgesetzt werden. „Das Interesse an der kreativen und vielseitigen Handarbeit ist gestiegen. Das haben wir auch den bisherigen Auszubilden zu verdanken, welche stetig in die Werbung für den einmaligen Beruf eingebunden werden“, so Verbandsgeschäftsführer Frederic Günther.

Der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. vertritt rund 50 Hersteller Erzgebirgischer Holzkunst® vom kleinen Familienbetrieb bis hin zum mittelständischen Unternehmen mit etwa 200 Beschäftigten.
Zu den Mitgliedern gehört auch die Genossenschaft Dregeno Seiffen eG, in der sich etwa 130 Handwerksfirmen zusammengeschlossen haben. Gegründet wurde der Verband 1990 von Herstellern Erzgebirgischer Holzkunst als freiwillige Dachorganisation. Der Verband fördert die mit Warenzeichen garantierte Erzgebirgische Holzkunst und seine Hersteller.

Zu seinen wichtigsten Aufgaben gehört die Imagewerbung, die seit 1992 unter der Dachmarke „Echt Erzgebirge – Holzkunst mit Herz“ durchgeführt wird. Darüber hinaus unterstützt der Verband seine Mitglieder bei Messen im In- und Ausland, bei der Berufsausbildung zum Holzspielzeugmacher sowie auf rechtlichem Gebiet, z.B. im Kampf gegen Plagiate.

Bestandteil des Verbandes ist der Fachhandelsring Erzgebirgische Volkskunst, dem deutschlandweit ca. 100 Fachgeschäfte angehören. Zur Förderung der Traditionspflege und zur kreativen Weiterentwicklung der erzgebirgischen Holzkunst vergibt der Verband seit 1995 jährlich den Designpreis „Tradition und Form“. (pr/pm)