Turmgalerie mit Fotosschau

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„80 Jahre Fotografie in Augustusburg“ ist der Titel der aktuellen Ausstellung in der Turmgalerie auf Schloß Augustusburg.

Augustusburg. Der Augustusburger Fotograf Ingo Steinert widmet seine Werkschau der Tradition des Fotografenhandwerkes in Augustusburg.
Das Haus in der Marienberger Straße 16 mit dem heutigen Fotoatelier stammt mindestens aus dem Jahr 1781. Darin befand sich eine Zigarrenmanufaktur, bis 1938 der Zschopauer Fotografensohn Hans Zierold, das Grundstück erwarb und es nach und nach zum Fotostudio umbaute. Seit 2013 erbeitet der zukünftige Wahlaugustusburger Ingo Steinert an gleicher, traditionsreicher Stelle.

Kurator und Altfotografenmeister Christian Weber (links) (Foto: Dietmar Hösel)
Die Ausstellungseröffnung am 14. Juli stieß auf reges Interesse. (Foto: Dietmar Hösel)

Ingo Steinert ist Autodidakt. Mit der Fotografie in Kontakt kam er auf der Oberschule für Körperbehinderte in Chemnitz. Die „Lichtbildnerei“ hat ihn seitdem nicht mehr losgelassen. „Ich wollte eigentlich nicht mit der digitalen Fotografie anfangen. Denn ich habe sehr gern im Labor gearbeitet. Das Rumschmanden hat mir immer gefallen. Es hat mich fasziniert, wenn das Bild in der Fotoschale so langsam sich entwickelte und zum Vorschein kam. Doch für eine Hochzeit, die 3 Tage lang dauerte, bin ich umgestiegen auf die Digitaltechnik.“, schaut er ein wenig wehmütig zurück. Am liebsten fotografiert er Menschen.
„Die Models findet man im Internet in einer Community für Fotografen.“, erläutert er. „Natürlich muss man erst mal ein paar ordentliche Fotos vorweisen können, um das Vertrauen der teilweise völlig fremden Frauen zu gewinnen.“. Inzwischen wird er selbst von den Profi – Modells angefragt und als Fotograf gebucht. „Ich würde auch gern mal eine sehr alte Frau fotografieren. Mit richtig hartem Licht, so dass die Falten schön zu sehen sind.“

Für seine Werkschau hat er tagelang unzählige Festplatten nach geeigneten Bildern für die Ausstellung durchsucht. Den pensionierten Fotografenmeister Christian Weber, der von 1964 bis 2001 im selben Atelier in Augustusburg fotografierte, konnte er als seinen Kurator gewinnen. „Ich habe Herrn Steinert ermutigt, diese Ausstellung zu machen. Ich schätze an seinen Arbeiten, dass er sich Gedanken über seine Motive macht, dass er Außergewöhnliches ausprobiert und nicht einfach so nullachtfünfzehn fotografiert.“
Gemeinsam wurden 70 Fotos ausgewählt, von denen nun 46 in der Turmgalerie Schloss Augustusburg hängen.
Die Ausstellung ist noch bis zum 09. September zu sehen.