Fratzen? Mhhm die schmecken!

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Fratzen gehören als heimische Spezialität zum Angebot im Hotel Köhlerhütte Waschleithe. Chefkoch Andreas Bethke bereitet Fratzen vor und bekommt vom Köhler Heiko Schmidt, dem Chef, Unterstützung. Foto: Christof Heyden

Was Uhiesische um Verständnis ringend eher eine Grimmasse ziehen lässt, sorgt bei Kennern der erzgebirgischen Küche für Gaumen(vor)freuden.

Waschleithe. Das Kartoffelgericht zählt zu den Klassikern der regionalen Küche und gehört seit Generationen auf den Tisch. „Auch in unserem Hause wird diese heimische Spezialität gern nachgefragt“, weiß Heiko Schmidt, Inhaber des Hotels und Restaurant Köhlerhütte Fürstenbrunn in Waschleithe zu berichten. „Wir kredenzen Fratzen in Variationen herzhaft als Vorspeise, etwa mit Lachs und als Hauptgericht mit Gulasch, aber genauso als süßen Nachtisch mit Apfelmus.“ Unternehmungshungrige Gäste würden sich genauso aufgeschlossen für das Rezept zeigen, wie frühere Einheimische bei einem Besuch vorbeischauend ein Stück Erzgebirge wieder als Gaumenfreude schmecken wollen. Die Bezeichnung Fratzen variiere im Erzgebirge, je nach Zubereitungsvarianten kenne man auch Klitscher und Latschen.

Chefkoch Andreas Bethke bereitet Fratzen im heißen Tiegel vor.. Foto: Christof Heyden

So bekannt und beliebt, so unterschiedlich wird die Speise verfeinert. „Ein einfaches Kartoffelgericht, dennoch gibt es von Familie zu Familie Variationen der Zubereitung“, ergänzt Küchenchef Andreas Bethke. „Ich bereite die Fratzen in unserem Hause nach dem Vorbild meiner Großmutter zu“, so der 39-jährige Koch.

Eine große, fest kochende Kartoffel pro Portion empfiehlt Andreas Bethke. „Die Ärdäppeln sollten grob geraspelt werden, um Fäden mit gewisser Stärke zu erhalten, die für den Kartoffelgeschmack sorgen.“ An die Rohmasse würden nach Belieben Salz und Zwiebelwürfel kommen. Geriebener oder ganzer Kümmel könne zugegeben werden, wie auch Buttermilch. „Wichtig fürs geschmackliche Gelingen ist eine Eisengusspfanne, die muss richtig Hitze entwickeln können“, so der Fachmann. Vordem müsse im Tiegel das Fett oder Öl erhitzt werden. „Das kann jeder nach seinem Belieben auswählen. Die einen schwören auf Butterschmalz andere auf Gänsefett, Dritte bevorzugen Sonnenblumenöl.“  Nach Belieben werde die Rohmasse etwa handtellergroß in das heiße Öl gelegt. „Je dünner, desto krosser die Fratzen, die von beiden Seiten ausgebacken werden. Jeder entscheidet selbst, wie braun sie werden sollen.“  Der Fachmann empfiehlt, die Fratzen sofort aus der Pfanne zu servieren: Heiß würden sie am besten munden.