Zum Finale brennt der Baum

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Fleißgies Sammeln wie Ameisen. Die Feuerwehrleute von Lichtenwalde sammeln drei Tage im Gemeindegebiet die Tannanbäume vor der Tür des früheren Besitzer ein. Foto: Christof Heyden

Feuer entfachen statt Flammen bekämpfen: Einmal im Jahr zeigen die Lichtenwalder Rettungshelfer eine besondere Seite ihres Handwerks.

Lichtenwalde. Denn statt den Brand zu bekämpfen und Flammen zu ersticken zeigen sich die Frauen und Männer um Wehrleiter Matthias Miesel regelmäßig zum Jahresauftakt mit ihrem Element Feuer im Bunde: Dann, wenn es den Weihnachtsbäumen nach den Adventstagen ans Holz geht. „Zum zehnten Mal organisieren wir 2018 eine Dienstleistung, die das praktische mit dem kulturellen verbindet: Ein zünftiges Lagerfeuer, welches sich aus den Weihnachtsbäumen unserer Mitbürger speist“, sagt der Wehrleiter. Damit gehören die Lichtenwalder in der Region zu ersten, die einst diese Idee entwickelten und zur Freude von Weihnachtsbaumbesitzern aber auch erlebnishungrigen Mitmenschen in die Tat umsetzen.

Werbung ist alles: Auch das Verheizen will beworben sein. Foto: Christof Heyden

Außerplanmäßige Dienststunden bringen die Akteure für dieses Vorhaben noch bis zum kommenden Sonnabend ins Schwitzen: Die Bäume werden von der Haustür der Besitzer abgeholt. Denn längst ist die hitzige Aktion durchorganisiert. „Zuallererst wird Werbung gemacht. Im Amtsblatt der Gemeinde, auch mit Plakaten und via sozialen Netzwerken informieren wir, geben den Termin des Lagerfeuers bekannt und setzen ein Datum, ab dem die Gehölze abgeholt werden“, so Matthias Miesel. Dessen Telefonnummer entwickelte sich am zurückliegenden Wochenende sogar zu einer gefragten Tannebaum-Hotline. „Wir haben den Zeitpunkt der Abholung mit den Leuten koordiniert.“

Einer Ameisenarmee gleich schwärmen die Florianjünger nun seit Montagabend aus, um das abgeputzte Grün einzusammeln. Mit mehreren Fahrzeugen durchforsten sie stabsmäßig das gesamte Gemeindegebiet, denn auch Niederwiesaer und Braunsdorfer können von dem Service der Lichtenwalder profitieren. So bildet der stellvertretende Wehrleiter Michael Barthel mit Tim Heller und Robert Käppel eines der Sammelteams. Entlang des Schlossblicks und des Grünen Hanges haben sich viele Besitzer zu Hochneujahr von ihrem Traditionsteil getrennt.

Aufladen des Brennmatrerials, eine schweißtreibende Aufgabe, Foto: Christof Heyden

„Unsere Sammelliste umfasst fast zwei Papierseiten“, sagt Michael Barthel, der mit der Taschenlampe nach Hausnummer leuchtet. Der 37-Jährige ist seit 2010 an diesen Aktionen beteiligt und wird erneut die Aufgabe haben, am Sonnabend den Tannenbaumberg am Braunsdorfer Wehr in Brand zu setzen. Schnell füllt sich der große Anhänger, fast 30 ausrangierte Bäume sind mit Kraft und Kondition eingestapelt worden. Das Aufkommen an Nadlern macht sogar eine zweite Runde erforderlich. Also geht es vorerst zur Zwischensammelstelle auf einem Parkplatz in Lichtenwalde. Hier werden die Bäumchen auf einen Lkw-Anhänger umgeladen. Dieses Ziel haben auch andere Sammelteams, die genauso mit voll beladenen Transportern herbeikommen.