Mehr als 1.200 Gäste erleben ein Wochenende voller filigraner Kunst, neuer Ideen und gelebter Tradition. Ein Treffen mit europaweiter Anziehungskraft.
Annaberg-Buchholz. Mehr als 1.200 Besucherinnen und Besucher kamen am 19. und 20. September ins Kulturzentrum Erzhammer und erlebten ein Wochenende voller Kreativität, Handwerkskunst und Begegnungen rund um die traditionsreiche Kunst des Klöppelns.
Das Erzgebirge zählt mit rund 18.000 aktiven Klöpplerinnen und Klöpplern zu den bedeutendsten Klöppelregionen Deutschlands. Wie lebendig und vielfältig dieses Handwerk heute ist, wurde erneut eindrucksvoll sichtbar. Die europaweit etablierte Veranstaltung zog Gäste aus ganz Deutschland und Tschechien nach Annaberg-Buchholz. Die am weitest angereiste Klöpplerin kam in diesem Jahr wieder aus Amsterdam. Die Besucherinnen und Besucher durften kunstvolle Spitzenarbeiten aus Garn, Draht und unterschiedlichsten Materialien bestaunen und zugleich erleben, wie diese filigranen Werke direkt vor ihren Augen entstanden.
Ein besonderer Höhepunkt war die Verleihung der Goldenen Spitze für das Lebenswerk. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an Steffi Schmat aus Schneeberg. Mit ihrer unverwechselbaren Handschrift und ihrem eigenen Design hat sie die Klöppelkunst geprägt und zahlreiche Klöpplerinnen inspiriert. Zugleich engagiert sie sich in besonderer Weise für die Weitergabe und Vermittlung des Klöppelhandwerks und damit für den Erhalt dieser besonderen erzgebirgischen Tradition.

Im Mittelpunkt des Eröffnungsprogramms stand auch in diesem Jahr der die Prämierung des traditionellen Klöppelwettbewerbs, der unter dem Motto „GRUNDverschieden“ ausgetragen wurde. Der Titel war Programm: Die eingereichten Arbeiten hätten unterschiedlicher kaum sein können. Von klassischen Motiven bis zu modernen, überraschenden Interpretationen reichte das Spektrum.
Kategorie „Nachwuchsarbeiten Kinder und Jugendliche“
1. Platz: Kinder- und Jugendklöppelgruppe Geyer im Schnitz- und Klöppelverein Thum e. V., Leitung Heike Kluge, mit „Verschiedene Gründe, das Klöppeln zu lernen“
2. Platz: Kinderklöppelgruppen des Erzhammer, Leitung Manuela Fischer, mit „42 x GRUNDverschieden“
3. Platz: Kinderferienklöppeln – Klöppelgruppe Grünhainichen, Leitung Renate Wolf, mit „GRUNDverschieden nach Auffassung der Kinder“
Kategorie „Erwachsene Gemeinschaftsarbeiten“
1. Platz: Klöppelgruppe der Musikschule Riesa, Leitung Angelika Krause, mit „Collage GRUNDverschieden“
2. Platz: Klöppelgruppe Werder, eingereicht von Eveline Heße, mit „Kontraste“
3. Platz: Klöpplerinnen Prag, eingereicht von Jana Lavičková, mit „Regenbogen-Windrad“
In der Kategorie „Gemeinschaftsarbeiten – alle Altersgruppen“ ging der Sonderpreis an Sina und Stella Künkel aus Olbernhau für ihre gemeinsame Arbeit „Die Entstehung des Schmetterlings“.

Kategorie „Erwachsene Einzelarbeit“
1. Platz: Karin Rothenstein aus Neukirchen mit „Geometrische Variationen“
2. Platz: Ramona Kriwaczek aus Olbernhau mit „7 Unterschiede am Weltwunder“
3. Platz: Antje Drischmann aus Wittgensdorf mit „Beton-Wald“
In der Kategorie „Publikumsliebling Erwachsene“ wurde die Klöppelgruppe aus Berlin, Friedrichshain für ihre Arbeit ausgezeichnet. Bei den „Publikumslieblingen Nachwuchsarbeiten Kinder und Jugendliche“ überzeugte das Werk „Verschiedene Gründe, das Klöppeln zu lernen“ der Gruppe Kinder- und Jugendklöppelgruppe Geyer im Schnitz- und Klöppelverein Thum e. V., Leitung Heike Kluge.
Die Präsentation „Hundertjährige Gebrauchsspitze aus dem Erzgebirge“ gab Einblick in die Privatsammlung von Elke Schmiedgen aus Annaberg-Buchholz. Klöppelmotive auf Postkarten waren in einer Ausstellung aus der Privatsammlung von Dr. Bettina Levin aus Sehma zu sehen.
Internationale Akzente setzte die Klöppelgruppe Ostrov aus Tschechien mit der Präsentation „Silbernes Erzgebirge“.Auch die Modenschau „Spielereien in Blau und Weiß“ des Vereins der Kunsthandwerker Prag und die zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig die Gestaltungsmöglichkeiten der Klöppelkunst sind.
Juliane Winter aus Chemnitz zeigte bei ihrer Modenschau auf, wie eigens hergestellte Spitze die persönliche Mode krönt und sich spektakuläre Hingucker kreieren lassen.
Stolz präsentierten auch 14 sehr junge Klöpplerinnen aus dem ganze Erzgebirge unter dem Titel „Spot an“ ihre neuesten Arbeiten, z.T. eigene Entwürfe – von der Flechterblüte über den Außerirdischen mit Ufo bis hin zum eigenen Spielbrett war alles vertreten und wurde mit viel Applaus von den Zuschauern belohnt.

Und der Blick geht bereits nach vorn: Das Thema des nächsten Jahreswettbewerbs wurde zum Abschluss der Klöppeltage bekannt gegeben und lautet „Gespiegelt!“. (Mandy Daxecker)




