Wer webt da im herbstlichen Jahreslauf?

Stützengrün/ Schönheide. Der „Altweiber-Sommer“ schickt seine ersten Vorboten: Am Fuße des erzgebirgisch-vogtländischen Kuhberges präsentierten sich im Morgenlicht des dienstags ein kompletter Spinnweben-Baum am Straßenrand und ein filigranes Regenbogen-Netz im Preisselbeerlaub.

Wie diese Phänomene entstehen, weiß Günter Haußner. „Da muss viel zusammentreffen“, so der Schönheider Freizeitmeteorologe, „hohe Luftfeuchtigkeit gehört dazu.“ Daraus entsteht nach kühler Nacht in den eher warmen Morgenstunden der Tau. Die kleinsten dieser Wassertropfen bilden sich dann um die Fäden der Spinnweben. „Und das macht die ganz dünnen Kunstwerke der Natur schließlich unübersehbar“, erklärt Haußner, „die Sonnenstrahlen tuen ein Übriges.“

In ebensolchen Tautropfen wurde gestern und vorgestern auch das erste Licht der Sonne in seine Spektralfarben zerlegt. Der einheimische Wetterforscher: „Und das bildete über dem Preißelbeerstrauch einen kleinen scheinbar gewebten Regenbogen.“

„Weiber“ steht übrigens für „weben“ und „Alt“ für „spät“ (im Jahreslauf). In der Region war es stellenweise bis zu 25 Grad warm. Eine passende Bauernregel sagt: „September schön in den ersten Tagen – will den ganzen Herbst ansagen!“

Bereits 0 Mal geteilt!

WEITERE BEITRÄGE AUS DIESER KATEGORIE

Autor

Beiträge mit ähnlichen Schlagwörtern