Jäger schießen weniger Wildschweine, aber mehr Marderhunde

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Das Archivfoto zeigt die Strecke einer früheren Jagd im Zellwald bei Freiberg. Foto: Christof Heyden

Freiberg. Mittelsachsens Jäger legen die Jagdstatstik vor: 3.015 Wildschweine, 3.280 Rehe und 2.175 Füchse haben sie in Mittelsachsen im Jagdjahr 2020/2021 erlegt.

In Hinblick auf die drohende Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sind die Jägerinnen und Jäger angehalten, möglichst viel Schwarzwild zu erlegen. Dass weniger Tiere zur Strecke gebracht worden sind, hat laut Anke Knorn von der Unteren Jagdbehörde verschiedene Gründe. „Es könnte daran liegen, dass mehr Unruhe im Wald herrschte. Durch die Pandemie gab es mehr Besucher in den Wäldern. Schwarzwild ist schon bei der geringsten Beunruhigung auf und davon.“ Es versteckt sich dann in den Feldern. Großflächige Raps- und Maisfelder bieten perfekten Schutz und genug Nahrung.

Einen Anstieg der erlegten Tiere (176) gab es beim Marderhund, der hier nicht heimisch ist, aber nicht so viel Schaden anrichtet, wie eine andere invasive Art: der Waschbär. Mehr als 2.200 Tiere haben die Jäger im vergangenen Jahr erlegt. Seit Jahren sinkt dafür die Zahl der erlegten Stockenten (148), was wahrscheinlich in direktem Zusammenhang mit der wachsenden Waschbär-Population steht.

1.200 Jäger gibt es im Landkreis. Zunehmend stößt das Hobby auch bei jungen Leuten auf Interesse, die die Natur für sich entdecken. „Um den Jagdschein zu erhalten, ist ein breites Wissen zu Themen wie Tier- und Pflanzenkunde, Jagdrecht, Waffenkunde, aber auch Natur- und Artenschutz sowie Wildhygiene nötig“, so Anke Knorn. Am Ende steht eine Prüfung an. Man gehe als Jäger zudem viele Verpflichtungen ein, zum Beispiel den land- und forstwirtschaftlichen Nutzern gegenüber.

Die Eigentümer der bejagbaren Flächen sind in Jagdgenossenschaften zusammengeschlossen, die wiederum das Jagdausübungsrecht an die Jäger verpachten. 185 Jagdgenossenschaften gibt es in Mittelsachsen.