Das Postplatzfest in Eibenstock ist nach einem Jahr Pause zurück. Eimnheimische folgen der Einladung und der Kreis der Veranstalter ist größer geworden.
Eibenstock. Von den frühen Mittags- bis in die späten Abendstunden drängten sich am Sonnabend die Besucher ins Eibenstocker Stadtzentrum. Postplatz und Kulturzentrumshof samt Gassen rundum zeigten sich als spätsommerliche Flanier-Meile. „Das hat schon fast italienisches Flair“, gestand Birgit Garn aus Schönheide, als eine von hunderten Besuchern des Postplatzfestes, „wir und unsere Freunde schätzen dieses ungezwungene Zusammentreffen!“
Erstmals zusammen mit mehreren Vereinen und der Stadt hat Silke Dickescheid das Fest organisiert. Sie steht dem Gewerbe- und Tourismusverein vor, der das Postplatz vor fast 20 Jahren aus der Taufe hob. Neu war diesmal auch eine Vereinsstraße. Facettenreich präsentierten dort Ehrenamtler aus Ort und Region ihre Leidenschaften: Feuerwehrkameraden neben Tänzern, Alltagshelfer neben Tischtennisspielern. „Das gelingt nur im engagierten Miteinander vieler Gleichgesinnter“, freute sich eine dankbare Vereinsvorsitzende Dickescheid, „wir würden das gerne so fortsetzen!“

Eine Art Fortsetzung erfuhr auch das Clara-Angermann-Jahr, welches Eibenstock 2025 nachhaltig geprägt hatte. Eine Idee fiel damals aus dem umfangreichen Festprogramm, weil entsprechende Fördergelder ausgeschöpft waren. „Da haben wir es dieses Jahr halt nochmal probiert“, erklärte Alt-Bürgermeister Uwe Staab, der selbst zu den Mitwirkenden zählte. Denn alle Eibenstocker waren aufgerufen, ihrer Stadt Gedichte zu widmen – und 50 Autoren beteiligten sich an „Proudly made in Eibenstock!“. Verkürzt zu deutsch: „Stolz auf Eibenstock!“ Zehn Texte wurden von einer Fachjury für eine Vertonung ausgewählt. Das besorgte Andreas Gundlach von den Dresdner Sinfonikern. Das renommierte Ensemble wiederum brachte alle zehn Eibenstocker Lieder auf die Bühne.

Dort traute sich – als einzige Autorin – Charlotte Kramer direkt ans Mikrofon. Die Achtjährige hatte sich in ihrer Schulklasse am Wettbewerb beteiligt. „Sie hat Talent, aber keine Angst“, berichtet ihre Lehrerin Annalena Meyer. Und die junge Sosaer Künstlerin selbst: „Es hat fast ohne Probe geklappt!“ Sie besang „Omas Stickrahmen“. Stadtrat Thomas Roßbach hingegen textete über eine kuriose Radtour durch seine Bergstadt mit: „Mei Rücktritt gieht nett!“ Förstersfrau Yvonne Unger aus Neuwiesenhaus war von der Vertonung ihres Gedichtes ebenso ergriffen wie Ruheständler Uwe Staab aus Wolfsgrün. Sie hatten „Clara mit der Häkelnadel“ bzw. „Clara schenkt mit stiller Hand neues Leben diesem Land“ verfasst.

„Bewegend, wie verbunden die Leute mit ihrer Heimat sind“, resümierte ein sichtlich gut gelaunter Alexander Hodeck. Der frisch gekürte neue Eibenstocker Bürgermeister: „So kann es gerne weitergehen …“




