Besucherzentren zum UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří werden zu Orten des Wissens, der Orientierung und des gemeinsamen Erbes. Das erste Erlebnisobjekt in Marienberg steht vor seiner Eröffnung.
Marienberg. Baustellenbesucher ausdrücklich erwünscht- diese Einladung lockte Medienvertreter heute nach Marienberg. Hier steht eines von vier Besucherzentren zum Thema Welterbe Montanregion Erzgebirge auf sächsischer Seite kurz vor der Fertigstellung. Steve Ittershagen, Geschäftsführer des Welterbevereins und Oberbürgermeister André Heinrich stellten der Öffentlichkeit den Baufortschritt vor und skizzierten das für diesen Standort erarbeitete Ausstellungskonzept. Das 3,7 Millionen-Euro Vorhaben soll im August eröffnet werden.

„Mit der Anerkennung der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří als UNESCO-Welterbestätte ist eine Kulturlandschaft von außergewöhnlichem universellem Wert sichtbar geworden. Um dieses Erbe dauerhaft zu vermitteln, zu präsentieren und für die Bevölkerung sowie für Gäste zugänglich zu machen, entstehen Welterbe-Besucherzentren auf deutscher und tschechischer Seite des Erzgebirges. Diese Besucherzentren sind keine klassischen Museen, sondern moderne Informations- und Vermittlungsorte, die Orientierung bieten, Zusammenhänge erklären und den Zugang zum Welterbe erleichtern“, so Steve Ittershagen zum Anliegen dieser Erlebnispunkte.
Ein Netzwerk mit regionaler Verankerung
Die Welterbe-Besucherzentren entstehen an insgesamt sechs Standorten in der Montanregion. Auf sächsischer Seite werden Anlaufpunkte in Annaberg-Buchholz, Freiberg, Marienberg und Schneeberg entwickelt. In der Tschechischen Republik entstehen Welterbe-Besucherzentren in Jáchymov und Krupka. Die Zentren befinden sich in unterschiedlichen Planungs-, Bau- und Entwicklungsphasen.

Orientierung und Einstieg ins Welterbe
Die Besucherzentren sind erste Anlaufstellen für alle, die das UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří entdecken möchten. Sie geben einen Überblick über die gesamte Montanregion, ihre geografische Ausdehnung sowie die Bestandteile in Sachsen und Böhmen. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die Vermittlung des außergewöhnlichen universellen Wertes der Welterbestätte, welcher die Grundlage für die Eintragung auf der Welterbeliste darstellt. Zudem vermitteln sie Grundlagen zum Welterbe und erläutern die Ziele und Aufgaben der UNESCO-Konvention.
Regionale Eigenheiten werden hervorgestellt
Die Themen werden anschaulich, digital und analog aufbereitet und sind für alle Zielgruppen zugänglich. Alle Inhalte stehen in deutscher, tschechischer und englischer Sprache zur Verfügung. Jedes Zentrum besitzt ein eigenes thematisches Profil und beleuchtet eine spezifische Facette des Welterbes. Die Inhalte leiten sich der Begründung zur Eintragung als UNESCO-Welterbe ab. Aspekte der lokalen Geschichte, prägende Industrien und Stadtentwicklung machen die Vielfalt deutlich.

Aufgabenteilung und gemeinsame Verantwortung
Die Welterbe-Besucherzentren sind ein Gemeinschaftsprojekt der gesamten Montanregion. Die vier Städte in Sachsen tragen die Verantwortung für Bau, Planung und Finanzierung. Der Welterbeverein ist für die inhaltliche Konzeption, Ausstellungsgestaltung sowie die damit verbundene Umsetzung zuständig. In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben sich alle Partner auf dieses Vorgehen verständigt.
Für die Konzeption und Planung der Ausstellungsgestaltung ist KOCMOC Exhibitions GmbH aus Leipzig im Auftrag des Welterbe Montanregion Erzgebirge e. V. zuständig. Daneben tragen verschiedene Gewerke zum Gelingen der Welterbe-Besucherzentren bei, wie z.B. Modellbau, Medientechnik und viele weitere mehr.

Für die Entwicklung der Besucherzentren in Jáchymov und Krupka ist der tschechische Trägerverein des Welterbes (Obecně prospěšná společnost Montanregion Krušné hory – Erzgebirge, o.p.s.) gemeinsam mit den Kommunen verantwortlich.
Besucherzentren als Anlaufpunkte und Ausgangsorte
Die Besucherzentren werden öffentlich zugänglich und sowohl baulich als auch inhaltlich barrierefrei gestaltet. Der Eintritt in die Welterbe-Besucherzentren ist kostenfrei.
Die Welterbe-Besucherzentren vermitteln nicht nur einen Überblick, sondern erfüllen vor allem die Funktion von Wegweisern in die Region. Sie geben den Besuchern konkrete Hinweise zu den authentischen Schauplätzen, Besucherbergwerken, Museen oder Lehrpfaden. Zusatzinformationen zu lokalen Sehenswürdigkeiten runden das Angebot ab und laden dazu ein, das montane Welterbe vor Ort direkt zu erleben.

Die Welterbe-Besucherzentren und ihre Schwerpunkte
Marienberg
Geplanter Eröffnungstermin:: 21. August 2026
Standort:
Das Besucherzentrum entsteht in der Marienberger Innenstadt im Gebäude Markt 6. Neben der Ausstellung wird auch die Tourist-Information mit in das Gebäude einziehen:
Schwerpunkt:
Erleben Sie in Marienberg, wie rund 55 Bergstädte und eine vielschichtige Infrastruktur über und unter Tage die montane Kulturlandschaft des Erzgebirges über Jahrhunderte hinweg geprägt haben.
Annaberg-Buchholz
Geplanter Eröffnungstermin: Winter 2026/2027
Standort:
Das Besucherzentrum entsteht in der Innenstadt, im Gebäudekomplex des Kulturzentrum Erzhammer, der Tourist-Information und der Manufaktur der Träume (Buchholzer Straße 2). Die Einrichtungen teilen sich einen gemeinsamen Eingangsbereich und bilden damit einen zentralen Anlaufpunkt für Besucher.
Schwerpunkt:
Erleben Sie in Annaberg-Buchholz, wie der Bergbau auf Grundlage früher Bergordnungen die Gesellschaft prägte und welche lebendigen Traditionen der erzgebirgischen Kultur daraus hervorgingen.

Schneeberg
Geplanter Eröffnungstermin: Sommer 2027
Standort:
Das Besucherzentrum entsteht direkt im Stadtzentrum (Fürstenplatz 1). Neben der Ausstellung wird auch die Tourist-Information mit einziehen. Das Gebäude bietet zudem Platz für Büroräume.
Schwerpunkt:
Erleben Sie in Schneeberg, wie das Erzgebirge durch technologische Innovationen im Bergbau und Hüttenwesen weltweite Bedeutung erlangte. Eine besondere Rolle spielten dabei Kobalt- und Uranerze
Freiberg
Geplanter Eröffnungstermin: offen
Standort:
Das Besucherzentrum entsteht in der Fußgängerzone der Innenstadt (Peterstraße 19).
Schwerpunkt:
Erleben Sie in Freiberg, welche bedeutenden Impulse der erste Silberfund im Erzgebirge für Technologie, Wissenschaft und Verwaltung gegeben hat.


