Nach Umbau: Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg eröffnet ab 27. März neue Dauerausstellung im ersten Obergeschoss
Freiberg. Eine neue Etage, drei neue Perspektiven – und ein weiterer Schritt in die lebendige Zukunft der montanen Geschichte Freibergs. Ab 27. März eröffnet das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg im ersten Obergeschoss einen weiteren Teil seiner neuen Dauerausstellung. Im Mittelpunkt stehen drei neue Themenbereiche: „Bergbau und Kunst“, „Freiberg im 17. und 18. Jahrhundert“ und „Geschichte der Knappschaft“. Sie zeigen eindrucksvoll, wie eng die Entwicklung von Bergbau, Stadt und Menschen miteinander verflochten ist. Kunst, Macht, Tradition und Gemeinschaft werden hier in neuem Licht erlebbar. Nach umfassender Sanierung und technischer Modernisierung bietet das 500 Jahre alte Gebäude nun beste Voraussetzungen, Freibergs Geschichte zeitgemäß, eindrucksvoll und auf der Höhe moderner Museumsansprüche erlebbar zu machen. Der Ergänzungsbau „Silberne Pforte“ zeigt seit Januar 2025 den ersten Teil der neuen Dauerausstellung zum Freiberger Bergbau und Hüttenwesen. Im Mai 2027 sollen voraussichtlich alle Bereiche des Museums fertiggestellt sein und für Besucher öffnen.
Repräsentation: Stadt, Land, Fürst im Silberglanz
Der erste Raum widmet sich dem Silberbergbau als Quelle von Wohlstand und Einfluss. Ab dem 16. Jahrhundert prägten reiche Funde nicht nur den Aufstieg der Stadt, sondern auch höfische Kultur und bürgerliches Selbstbewusstsein. Kunstvoll gearbeitete Objekte wie der Deckelhumpen der Freiberger Bergknappschaft (17. Jahrhundert) oder der Marzipantafelschmuck von 1678 erzählen vom Zusammenspiel von Handwerk, Status und Identität. Eine große Schauwand präsentiert Meisterwerke aus Silber, Holz, Zinn, Porzellan und Elfenbein – vom prunkvollen Tafelaufsatz bis zu Volkskunststücken, die Bergleute selbst fertigten. Sie zeigt eindrucksvoll, wie aus Arbeit und Kunst ein sichtbares Symbol für Stolz und Identität erwuchs.

Tradition: Es lebe die Montanregion!
Die beiden weiteren Räume rücken das Montanwesen als soziales und kulturelles Fundament in den Fokus. Der Bergbau stiftete Gemeinschaft, Sicherheit, Solidarität und Stolz – Werte, die bis heute in der Region lebendig sind. Von der Gründung der Bergakademie Freiberg 1765 über prächtige Bergaufzüge, Uniformen und Musiktraditionen bis in die Gegenwart zeigt sich eine lebendige Kultur, in der Alltag und Festtag eng verbunden sind.
Ein besonderes Ausstellungsstück ist die interaktive Klanginstallation zu den Russischen Hörnern: Besucherinnen und Besucher können nicht nur die charakteristischen Töne der historischen Instrumente hören, sondern auch selbst ausprobieren – ein Erlebnis, das historische Instrumente und deren Geschichte hörbar und erlebbar macht.
Inklusion und Interaktivität: Ein Museum für alle Sinne
Mit dem neuen Ausstellungsteil setzt das Stadt- und Bergbaumuseum seine Vision eines „Museums für alle Sinne“ fort. Das barrierefreie Konzept verbindet Haptik, Klang und Interaktion. Das „Silberne Band“, ein inklusiver Erlebnispfad, zieht sich nun auch durch das Obergeschoss. Es ermöglicht blinden und sehbehinderten Gästen, Exponate wie den Deckelhumpen über Tast- und 3D-Modelle sowie Braille-Beschriftungen zu erkunden. Ergänzt wird das Konzept durch zweisprachige Texte, Museum-to-go-Karten und neue Taststationen, die Materialien von Holz über Zinn bis Elfenbein begreifbar machen. Die Umsetzung des inklusiven Ausstellungserlebnisses wird durch die Sächsische Landesstelle für Museumswesen gefördert.
Das 1861 gegründete Museum ist eines der ältesten bürgerlichen Museen Sachsens. Der mittelalterliche Bau, der ursprünglich als Wohnhaus für die Domherren diente, zählt zu den repräsentativsten Profanbauten in Freiberg.

Sonderausstellung noch bis 29. März
Noch bis Ende März haben Besucher Gelegenheit, die aktuelle Sonderausstellung „Plötzlich Kurfürst! August aus Freiberg“ zu besuchen, mittwochs bis montags von 10 bis 17 Uhr. Sie endet am Sonntag, 29. März, mit zwei exklusiven Führungen unter Leitung von Prof. Dr. Dirk Syndram, Direktor a. D. des Grünen Gewölbes und der Rüstkammer der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SDK). Der Experte gibt 14 und 15.30 Uhr vertiefende Einblicke in die Ausstellung und in die Persönlichkeit des Kurfürsten August von Sachsen. Professor Syndram genießt als Spezialist für die Kunst- und Kulturgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts Anerkennung. Er kuratierte vielfältige Ausstellungen zur höfischen Kultur und u.a. zur Dynastiegeschichte der Wettiner. Die Führung ist im regulären Eintrittspreis enthalten. Eine Anmeldung ist erforderlich unter museum@freiberg.de oder telefonisch unter 03731 273 590. (PM)
Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag, 10 bis 17 Uhr
Am dritten Donnerstag im Monat bis 19 Uhr
Eintrittspreise ab 27. März bis Mai 2027:
8,50 Euro
ermäßigt 4,50 Euro
Kinder bis 16 Jahre frei
Kontakt:
Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg
Am Dom 1
Telefon: 03731 273 590
E-Mail: museum@freiberg.de
Web: www.museum-freiberg.de




