Eine erstaunliche Konstruktion bereichert jetzt das Museum der Firma Lauterbacher Spirituosen: das einzigartige Instrument erklingt in den Räumen der Schaudestillation.
Hohenfichte / Lauterbach. Seit Freitag erklingt ein pfiffiger Klangkörper in dem urigen Ambiente der Schaudestillation in Hilmersdorf des renommierten Herstellers des über das Erzgebirge hinaus bekannten Kräuterlikör-Herstellers. Die Schnapsidee stammt von André Zenker, dem geschickten Technikus in den Reihen des Hohenfichtener Carnevalsclubs (HCC). Dessen Konstruktion gleicht einem Glockenspiel im Sinne eines Carillions, doch statt Bronze- oder Keramikklangkörpern erfolgt die Tonerzeugung mit speziell gefüllten Likörfaschen von 0,3 bis drei Litern Füllmenge.

„Mittels Manual können die Töne über zwei Oktaven mehrstimmig harmonisch gestimmt, bespielt werden. Jede Flasche, die je über einen anderen Flüssigkeitstand für die unterschiedlichen Klanghöhen verfügt, wird per Tastendruck mit einem eigenen Motor angesteuert. Der setzt einen Schlegel in Schwingung, dessen gedrechselter Kopf auf das Behältnis schlägt. Dies war eine besondere Herausforderung, saubere Stimmungen zu erhalten, um den Wohlklang hinzubekommen.“

„Natürlich ist kein Schnaps abgefüllt. Nach verschiedenen Versuchen ist es eine Mixtur mit bestimmten Salzgehalt für jede Tonhöhe. Mit Wasser allein waren die Bassklänge nicht zu erzeugen. Dazu kommt grüne Lebensmittelfarbe“, so André Zenker.

Rund einen Zentner schwer ist das Lautiphon, das von vier Männern in Position gehoben wurde. Wenige Augenblicke nach Aufbau und Anschluss des Netzsteckers wagte sich schon Schmiedfritzaugust, alias Rainer Wolf, der als Museumsführer in die Rolle des ehemaligen Lauterbacher Originals schlüpft, an den Spieltisch. Schnell wusste er nach einem Vorspiel von André Zenker die ersten Melodien vorzuführen.

In mehrmonatiger Tüftelarbeit hat der Hohenfichtener im Vorjahr das Instrument zusammengebaut, welches als Kulissenteil des Faschingsprogramm 2025 seinen Einsatz fand. „Im Laufe der vier Programm unseres Vereins habe ich verschiedenste Ausrüstungselemente gebaut, die zumeist nur innerhalb der Saison zum Einsatz kommen“, so der Ideengeber. „Auch dem Lautiphon drohte das Schicksal, zerlegt zu werden. Doch dann kam die Idee auf, den Kontakt zum Firma nach Lauterbach zu suchen. Und die zeigten sich sofort aufgeschlossen. Insofern hat das Instrument jetzt eine Zukunft und unterhält die Besucher auf originelle Weise.“ (hy)




