„Sperrguschen“ Wort des Jahres

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Die Pascher lassen sich Kekse schmecken, die Sperrguschen liegen ihnen im Munde. Foto: Christof Heyden

Das erzgebirgische Mundartwort des Jahres 2017 ist gefunden: „Sperrguschen“ lautet der Favorit der Einheimischen und vieler Heimatverbundener, die dem Aufruf des Erzgebirgsvereines und der Freie Presse gefolgt sind, ihren Lieblingsbegriff vorzuschlagen.

Der von einer Fachjury aus 1059 eingereichten Worten vorab ausgewählte Begriff erhielt in der öffentlichen Endabstimmung unter zehn Vorschlägen die höchste Stimmzahl. Im hiesigen Zungenschlag bezeichnet er jene Zeitgenossen, die alles wissen, jeden kennen und für alles offene Augen und Ohren haben, um alles an jeden weitergeben können.

Erstmals hatte der Erzgebirgsverein in Zusammenarbeit mit der Heimatzeitung Freie Presse die Aktion im Rahmen der Schnitzertage zu Jahresbeginn 2017 gestartet. Insgesamt 280 Personen aus 94 Orten beteiligten sich am Wettbewerb, wobei weitere 25 Einsender keine Angaben zu ihrem Wohnort machten. Die Vorschläge kamen aus Affalter, über Bärenstein und Oederan bis hin zu Zschopau und Zwönitz. Frühere Erzgebirger reichten ihr Lieblingswort auch vom heutigen Wohnsitz wie Berlin, Dortmund und Karlsruhe ein. Die weitesten Einsendungen erreichten die Jury aus der Schweiz und den USA.

„Die vom Erzgebirgsverein und der Heimatzeitung Freie Presse erstmals gemeinsam organisierte Aktion, das erzgebirgische Lieblingswort zu ermitteln ist auf eine riesige Resonanz gestoßen, wir waren echt überrascht, mit welchem Enthusiasmus sich junge und ältere Mitbürger, Einheimische aber auch Uhiesige beteiligt haben“, sagt Kulturwartin Carmen Krüger vom Erzgebirgsverein. Und die wusste mit dem Organisatorenteam des Wettbewerbs gestern die Mundart auch richtig schmecken: Die Kekselmacher aus Leubsdorf steuerten originell beschriftetes Naschwerk bei. „Wir freuen uns, dass den Mitgliedern des Erzgebirgsvereins unsere süße Versuchung mundet“, sagt Bäckereichef Jörg Lieberwirth.

Die Pascher lassen sich Kekse schmecken, die Sperrguschen liegen ihnen im Munde. Foto: Christof Heyden