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Sonntag, 19. April 2026

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In Oederan erwacht die Welt des Klein Erzgebirges

In Deutschlands ältester Miniatur-Schauanlage zieht frisches Leben ein. Die Freilicht-Ausstellung wird für die bevorstehende Eröffnung der Saison 2026 präpariert.

Oederan. Mit Laubbläsern, Harken und Besen aber auch Minisägen und Putztüchern ausgerüstet, machten sich Vereinsfreunde des Klein Erzgebirges unterstützt von Familienangehörigen und Freunden am Wochenende an die Vorbereitung der neuen Ausstellungssaison. Knapp 20 Akteure gingen am Sonnabend zu einem zweiten Arbeitseinsatz seit Monatsbeginn dem zurückgebliebenen Winterschmutz zu Leibe und begannen die Kulisse der Miniaturschau aus der Ruhepause zu wecken. „So heißt es beispielsweise über 20 Kubikmeter Laub von den Flächen an unserem Ausstellungsstandort Stadtpark zu rechen und abzutransportieren. Diesmal hat uns der Bauhof einen Transportanhänger zur Verfügung gestellt“, freut sich René Kahlke vom Bastlerteam. Jahr für Jahr steht diese Aufgabe an, sind regelmäßig drei Container zu 7 Kubikmetern Fassungsvermögen schnell gefüllt.

Selina Siegel putzt die Talsperre Kriebstein. Foto: Christof Heyden

Während er mit Johannes Uhlig verdorrtes Grün am Moritzburger Schloss beräumte, Jürgen Dröscher das verwelkte Laub am Fuße des Fichtelbergs mit Bläser aufwirbelte, sammelten Volker und Viola Uhlig zwischen Burg Wolkenstein und der Therme Warmbad abgestorbenes Ast- und Heckenwerk ein. Mit Kehrbesen stieg Olaf Müller in die abgelassene Talsperre Kriebstein ein und Selina Siegel putzte mit Handfeger die Wasserdurchlässe der Staumauer. Mit Schraubenzieher ausgerüstet, inspizierten Achim Beyer und Iev Fritzsche die Gleisstränge der Gartenbahnen, säuberten Anschlussverbindungen. Und das Mittachtziger Urgestein Dieter Wiebigke checkte als Chef-Miniatureisenbahner die Elektroschaltkästen, die demnächst den über 220 Schaubildern den Lebenssaft Strom spenden werden.

Die Bastler checken die Gleise der Garteneisenbahnen in Oederan. Foto: Christof Heyden

„Der Auftakt zur Saison 2026 ist für den 28. März terminiert, ab 10 Uhr laden wird zur gemeinsamen Eröffnung unserer Schau mit Vertretern der Stadtverwaltung und des Marketingvereins und Unterstützern unserer Anlage ein“, freut sich Vereinschef Michael Keller auf Kommendes. „Wir setzen auf bewährte Erlebnisse. Zu denen zählen die Oster- und Pfingstfeiertage, am 1. Juni sind Mädchen und Jungen mit ihren Familien zum Kindertag willkommen. Am 1. August soll mit der einzigartigen Nacht im Klein Erzgebirge der sommerliche Höhepunkt steigen.“  

Während am kommenden Wochenende für die Vereinsmitglieder ein neuerliche Arbeitseinsatz anberaumt ist, setzen die Modellbauer auch auf eine konzertierte Aktion am 21. und 22. März. „Dann soll der finale Feinschliff für den Saisonstart erfolgen, wir haben dazu auch die interessierten Oederaner und vor allem die Mitglieder befreundeter Vereine unsere Stadt eingeladen. Wir hoffen auf tatkräftige Hände“, so Michael Keller.
Dessen Team zeigt sich nicht nur an den Wochenenden in Arbeitsmontur. Hochbetrieb herrscht unter der Woche in den Werkstätten. So sind Werterhaltungsarbeiten an den Modellen erforderlich, wird so manche der 1.200 Holzfiguren aber auch Tiere mit frischer Farbe versehen, heißt es die Fahrzeuge der Liliputszenerie dem TÜV zu unterziehen.

Olaf Müller entsorgt das Laub aus dem Bereich der Talsperre Kriebstein. Foto: Christof Heyden

Zählte die Einweihung des neuen Modells der Augustusburg im Vorjahr zu den Knüllern, haben die Oederaner auch 2026 ein neues, derzeit noch gehütetes Modell-Projekt am Laufen. „Es steht im Zeichen des Welterbes Montanregion Erzgebirge“, gibt Michael Keller einen Tipp. Der hofft auf eine weniger regenreiche Zeit als zurückliegend. „Im Wissen um das Besucherinteresse streben wir wieder die 25.000er Gästemarke an. Vor allem aus Sachsen kommen diese zu uns, aber auch im Bundesgebiet kennt man unser Angebot. Im Vorjahr hatten auch Besucher aus Tschechien, Österreich und den Nordländern unsere Schau im Plan.“

Der Krippenverein wurde 1909 gegründet, aus dem sich 1924 der Verein für heimatliche Volkkunst abspaltete. Seit 1955 öffnet die Miniwelt auf dem Gelände im Stadtpark. (hy)    

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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