Schönheide. Auf eine „Reise durch Schönheide und dessen Geschichte“ wird im westerzgebirgischen Bürstenmacherdorf eingeladen – und zwar gleich doppelt: Am Samstag, 10.10., steht zunächst eine besondere Lesung an. Das Buch mit gleichnamigem Titel entstand in den vergangenen dreieinhalb Jahren als Gemeinschaftswerk. Und ab kommenden Montag, 12.10., kann man das Werk in Geschäften des Dorfes kaufen.
Bernd Garn fungierte als Sammler von historischen Fotos und Dokumenten. Der 67-Jährige sprach zudem Dutzende Zeitzeugen verschiedener Ereignisse der Dorfgeschichte an. „Die meisten Angesprochenen gaben bereitwillig Auskunft“, so der gelernte Baufacharbeiter, „nur zweimal wurde ich weggeschickt.“ Die Gespräche mit den überwiegend betagten Schönheidern führte er gemeinsam Julia Heinz. Die 22jährige Studentin gestaltete dann auch die letztlich 262 Seiten am Computer. Die Zusammenstellung dafür lag in Händen von Hans Unger. Auch die faktenbasierten Geschichtstexte entstammen der Feder des Studenten (21).

„Mir war es wichtig, junge Leute in das Vorhaben einzubinden“, erklärt Initiator Garn, „damit das alles weiterlebt.“ Dies sei gelungen, auch wenn es manchmal „recht anstrengend“ war. Garn: „Aber wir haben trotz mancher schlaflosen Nächte durchgehalten, auch wenn es letztlich knapp wurde.“ Ohne Hilfe von guten Freunden hätte der Auslieferungstermin aber nicht gehalten werden können.
Die Idee zum neuen Werk kam ihm, nachdem von den Büchern mit historischen Postkarten, welche er mit Volker Bretschneider vor über zehn Jahren herausbrachte, noch Material „übrig“ war. „Es sollte diesmal aber was ganz anderes werden“, erinnert sich Bernd Garn.
Und so ist die „Reise durch Schönheide“ tatsächlich eine Fahrt durch das langgestreckte Dorf. Und an 30 Stationen macht man Halt. „Weil es überall etwas Geschichtliches zu entdecken gibt“, erklärt der Rentner: Zwei Felsgebilde hochdroben im Wald, Friedensfahrer im Paradies, Arbeitsdienstlager und Kampfgruppenplatz, eine kommunistisch „angehauchte“ Kirche oder die Kleingartenanlage auf einem Schuttplatz. Insgesamt sind 450 Abbildungen zu sehen. „Dazu haben wir lustige aber eben auch traurige Texte mit örtlichem Bezug eingefügt“, beschreibt Garn.

Mit Julia Heinz und Hans Unger gab es regelmäßig kleine „Konferenzen“. Der Hauptautor: „Daraus erwuchs über viele Monate das jetzt vorliegende Buch, über das wir uns selber freuen. Er hofft , dass es die Käufer am Familientisch gemeinsam anschauen. „Und dann wieder neue Geschichten zur Schönheider Geschichte dazu austauschen …“, hofft Bernd Gern.

Info:
„Eine Reise durch Schönheide“ wird Samstag, 10.10., ab 18 Uhr mit Bildern, Musik, Texten und Interviews in der Mittel-Bar Schönheide vorgestellt.




