Mit viel Herz auf Rundenjagd für den guten Zweck

Premiere in der Sport- und Kulturstadt Oederan: der erste Herzenslauf will Sportaktion und Spendenbereitschaft verbinden. In diesem Vorhaben sehen die Organisatoren vom hiesigen Hospizverein einen sozialen als auch wirtschaftlichen Nutzen für das Miteinander.

Oederan. Sich sportlich laufend für die Begleitung schwerkranker Bewohner einsetzen – diese Idee greifen die Akteure des Hospiz- und Palliativdiensts Begleitende Hände in Oederan auf. „Am 25. September soll der erste Herzenslauf zugunsten unseres Hospizes gestartet werden“, schaut Christiane Riemer, Geschäftsführerin, optimistisch voraus.

„Wir rufen die Mitbürger der Stadt und Region auf, die Herausforderung anzunehmen und viele Runden zurückzulegen. Jeder Starter sammelt einen Geldbetrag ein, der vordem individuell vom Sportler festgelegt wird. In der Regel beteiligt sich zugleich ein Pate als Sponsor, etwa Eltern oder Verwandte aber auch Firmenchefs oder Vereinsfreunde, die basierend auf dem erlaufenden Betrag ebenfalls ein finanzielles Scherflein zusteuern.“  

Treffpunkt für den Spendenlauf ist der Sportplatz hinter der Dreifelder-Halle an der Frankenberger Straße. „Unsere Planung sieht die Staffelung nach Altersklassen und zeitlichen Möglichkeiten der Teilnehmer vor“, erklärt Katja Meusel, Sozialarbeiterin der Einrichtung. „Ab 11.30 Uhr kann die Anmeldung und Registrierung erfolgen. Ab 12 Uhr starten mit den Mädchen und Jungen der Grundschulen die ersten Wettbewerbe, denen die Oberschüler ab 13 Uhr folgen. Ab 14 Uhr werden die Kita-Knirpse ihr Lauftalent zeigen und eine große Schar Erwachsener wollen wir ab 15 Uhr begrüßen.“

Das Organisationsteam des Hospizes verbindet mehrere Aspekte mit dieser Sammelaktion. „Zum einen ist die Schar der Laufinteressierter groß, sich körperlich zu betätigen“, so Christiane Riemer. „Insofern werden Herz und Kreislauf ertüchtigt. Zugleich zeigen diese Teilnehmer im übertragenen Sinne Herz, mit einer Spende unsere Einrichtung zu unterstützen. Und für diese zählt jeder Beitrag. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass so mancher Mitbürger aber gewisse Vorbehalte gegenüber dem Thema Hospiz verspürt und dieses vor allem mit gesundheitlichen Gebrechen, Leid und Trauer verbindet. Insofern wechseln wir das Terrain, verringern das Schamgefühl und wollen auf dem Sportplatz den lebensbejahenden Gedanken aufgreifen, für Spiel und Spaß sorgen.“

Das Programm des 1. Herzenslaufs für das Hospiz in Oederan. Repro: Christof Heyden

Katja Meusel verweist dabei auf den wirtschaftlichen Aspekt. „Die Modalitäten für den Betrieb einer derart Einrichtung besagen, dass fünf Prozent der Gesamtbetriebskosten selbst durch Spenden zu erbringen sind. Für uns heißt dies, bei zehn stationär betreuten Bewohnern 300 Euro pro Tag zu erzielen. Allein mit einer 30 Euro-Summe aus einem Spendenlauf könnte also der Platz für einen Patienten pro Tag abgesichert werden. “

Christiane Riemer fügt hinzu, dass die erste Resonanz auf den Aufruf sehr erfreulich ist. „Wir haben in Oederan Betriebe, die uns sofort tatkräftige Unterstützung angeboten haben. Auch die Kita und Schulen planen mit ihren Kindern und Jugendlichen die Teilnahme ein. Dabei sein heißt dabei nicht, auf zeitliche Rekordjagd zu gehen. Auch im Rollstuhl oder mit Kinderwagen können entschlossene Mitbürger an den Start gehen. Gerade dieses Miteinander für eine guten Zweck sehen wir als einen wichtigen Beitrag für unsere städtische Gemeinschaft. Wir werden die Rahmenbedingungen vorbereiten, etwa für Getränke und Imbiss sorgen“, so die Geschäftsführerin.  (HY)

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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