Fernsehlotterie fördert sächsisches Pionierprojekt für mobilen barrierearmen E-Sport

CHEMNITZ. Ein mobiler Gaming-Room, der moderne Technik, Medienbildung, Bewegung und soziale Teilhabe direkt zu jungen Menschen bringt, wird von der Deutschen Fernsehlotterie mit 248.000 Euro gefördert: Mit ´Game4All – Mobiler E-Sport für alle´ startet das Christliche Jugenddorfwerk Deutschlands (CJD) das erste mobile, barrierearme E-Sport-Angebot für benachteiligte Jugendliche im ländlichen Raum Sachsens.

„Nur dank der elementaren Förderung der Deutschen Fernsehlotterie können wir mit Game4All hier im Freistaat ein Stück weit Neuland betreten. Wir bringen moderne medienpädagogische Angebote genau dorthin, wo junge Menschen bislang nur eingeschränkt Zugang dazu haben – buchstäblich ab aufs Land. Besonders wichtig ist uns, dass die Jugendlichen nicht einfach nur teilnehmen: Sie gestalten das Angebot aktiv mit, übernehmen Verantwortung und können sich zu Peer-Coaches weiterentwickeln. Gaming wird damit zum Ausgangspunkt für Bildung, Bewegung, Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe. Für diese Möglichkeit möchten wir uns bei allen Mitspielerinnen und Mitspielern der bekannten Soziallotterie von Herzen bedanken“, erklärt Martin Nieher, Fachbereichsleiter beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands.

Die zweckgebundene Zuwendung Deutschlands traditionsreichster Soziallotterie deckt anteilig Personalkosten für die medienpädagogische Projektleitung sowie projektbezogene Sachkosten. Damit ist die Finanzierung des Vorhabens bis Ende des Jahres 2028 sichergestellt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 310.000 Euro.

Digitale Medien und Gaming gehören längst zu den prägenden Lebenswelten junger Menschen in ganz Sachsen. Doch die Möglichkeiten zur digitalen Teilhabe sind ungleich verteilt. Besonders Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien, aus ländlichen Regionen, mit Behinderungen oder im Kontext der stationären Jugendhilfe verfügen häufig nicht über geeignete Endgeräte, stabile Internetverbindungen oder passende medienpädagogische Angebote. Gleichzeitig konzentrieren sich bestehende Angebote vielfach auf städtische Räume.

Ein speziell ausgestatteter mobiler Gaming-Room wird an Schulen, Jugendclubs, Einrichtungen der stationären Jugendhilfe und öffentlichen Orten eingesetzt. Unterfahrbare Gamingstationen, anpassbare Controller und Assistenzangebote ermöglichen dabei auch Jugendlichen mit körperlichen Einschränkungen die Teilnahme. Ergänzend sind Angebote in Leichter Sprache und Kooperationen mit inklusiv arbeitenden sozialen Trägern vorgesehen.

Im Mittelpunkt stehen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren. Das Projekt verbindet E-Sport mit Medienbildung, Bewegung und gemeinschaftlichem Lernen. Workshops vermitteln Kompetenzen für einen reflektierten Umgang mit digitalen Medien. Eltern und pädagogische Fachkräfte werden ebenfalls einbezogen, um Vorbehalte gegenüber Gaming abzubauen und das Verständnis für digitale Lebenswelten zu fördern.

Martin Nieher, Fachbereichsleiter beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands und Stephan Masch, Repräsentant der Deutschen Fernsehlotterie bei der symbolischen Übergabe der Fördersumme. Foto: Alexander Leidig

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