Schumannhaus lädt zur Sonderausstellung

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Musikwissenschaftler Thomas Synofzik präsentiert die neue Sonderausstellung in Zwickau. Foto: SV Zwickau.

Zwickau. Als Teil einer bundesweiten Aktion „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ vom 30. Juni bis 26. September 2021 widmet sich eine Sonderausstellung in Zwickau Robert und Clara Schumann und ihren jüdischen Freunden.
Die Ausstellung dokumentiert u. a. in Bildern, Briefen und Tagebüchern die vielfältigen Beziehungen Robert und Clara Schumanns zu ihren wichtigsten jüdischen Freunden. Vereinzelte antisemitische Äußerungen werden in ihren Kontext gestellt. Besonders gut dokumentiert ist die Beziehung Clara Schumanns zu Hermann Levi, da der über 200 Briefe umfassende Briefwechsel fast komplett in Zwickau erhalten ist.

Die Briefe stammen zum Teil aus Clara Schumanns Nachlass, zum Teil wurden sie bei einer Auktion durch den Zwickauer Kaufhauspionier Salman Schocken erworben und noch weit über 100 Briefe von Levi an Clara Schumann kamen in das Zwickauer Schumann-Museum. Levis Vater war Bezirksrabbiner in Oberhessen und ebenfalls ein Bekannter Clara Schumanns.

An Clara Schumanns Jugendfreundin Sophie Kaskel lobte Robert Schumann, sie scheine „den allen Juden u. Jüdinnen eigenen Hell- u. Scharfsinn zu haben, auch in der Musik“. Zahlreiche Freunde des Künstlerpaars stammten aus jüdischen Familien. Einige davon, wie der Komponist Felix Mendelssohn oder der Maler Eduard Bendemann, waren im Zuge der Assimilation schon als Kinder getauft worden, andere – wie Joseph Joachim – konvertierten erst im Laufe ihres Lebens oder blieben – wie Joseph Fischhof oder Hermann Levi –  dem jüdischen Glauben treu.

Als Robert Schumann 1838/39 für ein halbes Jahr in Wien lebte, ging er mehrfach freitags in die jüdische Synagoge. Als Kantor wirkte dort Salomon Sulzer, nach Schumanns Auffassung „die schönste Stimme in Wien“. Sulzer sang jedoch nicht nur jüdische Kirchenmusik, sondern begeisterte sich auch für die Lieder Robert Schumanns.

Konzerte und Lesungen umrahmen die Ausstellung, die zu den Museumsöffnungszeiten zum normalen Eintrittspreis besichtigt werden kann. (PR)