Staffelfieber im Osterzgebirge

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Reichlich 850 Aktive gingen in Cämmerswalde auf sportliche Rundenjagd und brachten symbolisch alle Regionen Mittelsachsens zusammen. Foto: Christof Heyden

Sport verbindet – unter diesem Motto folgen mehr als 850 Aktive der Einladung zur 26. Auflage des Landkreislaufes Mittelsachsen 2018.

Cämmerswalde. Im osterzgebirgischen Cämmerswalde griffen am Sonnabend Vertreter aller Generationen zum Staffelstab, wie Starter aus vielen Kommunen die gemeinsame Herausforderung diesmal im Südzipfel des Landkreises annahmen. „Das Spektakel ist ein willkommener bunter Farbtupfer in unserer von Wintersport geprägten Gemeinde, die als die höchstgelegene des Landkreises gilt, wir haben uns gern um die Veranstaltungsorganisation bemüht“, begrüßte Neuhausens Bürgermeister Peter Haustein die Gäste im Ortsteil Cämmerswalde und bewies seinen konstruktiven Draht zu den für Sonne satt sorgenden Wettermachern.

Mit der Neuauflage untermauerten die Gastgeber des hiesigen SV Eintracht zusammen mit den Organisatoren des Kreissportbundes das Konzept, dass der Laufsport Mitbürger zur körperlichen Ertüchtigung zusammenbringt und zugleich die Landkreisregionen näher zusammenrücken lässt. So nahmen Brand-Erbisdorfer und Mittweidaer, Holzhauer und Wechselburger, aber auch Freiberger und Ottendorfer die verschiedenen Renndistanzen unter ihre Füße. Dabei galt die Devise, dass die Läufer der längsten Renndistanz von 5,6 Kilometern auch das meiste von der 620 Meter hoch gelegenen und 600 Einwohner zählenden im Jahr 1207 begründeten Ortschaft zu sehen bekommen.

Erwärmung der Grundschüler aus Sayda mit Karin Goetz. Foto: Christof Heyden

Immerhin 75 Teams aus jeweils acht Läufern formierten sich bei Jugendlichen und Erwachsenen, während Kindergartenkinder und Grundschüler insgesamt 37 Staffeln zu je vier Läufern bildeten. Da meldeten sich Vereine von Wasserwacht, Sportclub und Feuerwehr, wie Arbeitsteams von Sparkasse, Polizeirevier, Landkreisverwaltung oder Seniorenheim gemeinsam ins Schwitzen kamen. Das international besetzte Team der Mitlaufgelegenheit Freiberg meldete gleich vier Staffeln an. Studenten, Flüchtlinge und Einheimische, darunter Akteuren aus dem Iran, Irak, Afghanistan und Sierra Leone,  wussten das Motto um den Slogan „Wir laufen für Toleranz“ zu erweitern. Auch Vertreter der Partnerkreise Calw und Starnberg sowie dem polnischen Gliwice hatten ihre Laufschuhe für den konditionell fordernden Freundschaftsbesuch eingepackt.

Ehrenpräsident Rüdiger Bork begrüßt die Teilnehmer. Foto: Christof Heyden

Ein reibungslos organisiertes Treffen sorgte für Kurzweil und gute Laune. Dazu wussten die Rennteams beizutragen: Da gingen Flinke Rennsemmeln, Gebirgsflitzer und Flinke Mäuse an den Start, wie Ackerfurchenflitzer, Stolpertruppe und Trippeltrappels den Rundkurs bewältigten.  Zudem nahmen rund 50 Wanderer eine Zehn-Kilometer-Strecke unter Schusters Rappen.

Zum Gelingen trug eine auf 100 Mitstreiter gezählte Gruppe freiwillige Helfer unter der Regie von Bärbel Müller bei. „Die Mühen und einige schlaflose Nächte haben sich gelohnt, es passt prima“, zeigte sich die Cämmerswalderin vom konstruktiven Miteinander angetan. Da wussten die Mitglieder des Schulfördervereins um Tina Hennersdorf kalorienreiche 60 selbstgebackene Kuchen und Torten zum Ausgleich der körperlichen Energiebilanz an die Sportler zu bringen, wie 350 Portionen Kesselgulasch ausgegeben wurden. An der Vitaminbar hielt Rico Schmidt kilogrammweise Bananen und Äpfel parat.

Mittelsachsens Landrat Matthias Damm sagt Cheforganisatorin Bärbel Müller stellvertretend Dankeschön. Foto: Christof Heyden

„Eine gelungene Auflage, die zeigt, wie wichtig Fitness ist. Sport ist längst nicht jedermanns Sache. Gerade für junge Leute sollten körperliche Aktivitäten zum Alltag gehören“, stellte Landrat Matthias Damm fest. Einst als Fechter selbst die Klinge führend, tritt der Freiberger jetzt in der Freizeit in die Pedale seines Fahrrads. Und der erste Mann im Landkreis hatte die Statistik im Auge: „Bislang sind 1600 Staffeln unserer Einladung gefolgt, in den vorangegangenen 25 Jahren haben wir 14.000 Teilnehmer gezählt, die eine Distanz von 44.000 Kilometern zurückgelegt haben. Von der Entfernung her ging es bisher einmal um die Welt.“