Döbeln. Anlässlich des Tages des offenen Denkmals hat der Landkreis Mittelsachsen drei Denkmalpreise verliehen. Ausgezeichnet wurden Heiner Stephan aus Leisnig, die Arbeitsgruppe „Kirchturm Berthelsdorf“ und die Architekten Colja und Jürgen Wischnewski.
Mit Heiner Stephan wird eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich seit Jahrzehnten für die Entwicklung und den Erhalt der historischen Stadt Leisnig engagiert. Von 1990 bis 2008 war er Bürgermeister. In dieser Zeit erkannte er früh, welches Potenzial in der weitgehend erhaltenen historischen Bausubstanz Leisnigs liegt, und setzte sich gemeinsam mit der Denkmalpflege für deren Bewahrung ein. Sichtbare Anerkennung fand diese Arbeit unter anderem durch zwei Auszeichnungen im Bundeswettbewerb Städtebaulicher Denkmalschutz. Sein Engagement setzte Heiner Stephan auch nach seiner Zeit als Bürgermeister fort. Er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Heimatvereins und war als Vorsitzender des Fördervereins Kloster Buch aktiv.
Die Kirche in Berthelsdorf prägt seit Jahrhunderten das Ortsbild. Der Kirchenstandort ist bereits seit 1346 belegt. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche im 19. Jahrhundert durch den bedeutenden Kirchenbaumeister Gotthilf Ludwig Möckel. Aus dieser Zeit stammt auch der weithin sichtbare Kirchturm.
Über die Jahre waren an der Kirche immer wieder Schäden zu verzeichnen, die Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen erforderlich machten. Nach 1989 begann ein längerer Weg der schrittweisen Instandsetzung. Besonders der Kirchturm blieb dabei eine Herausforderung: 2012 traten erneut massive Schäden auf, Fassadenteile fielen herab, zeitweise stand sogar sein Abbruch im Raum.
Der dritte Denkmalpreis geht an Colja und Jürgen Wischnewski von Wischnewski Architekten Berlin. Gewürdigt wird ihre planerische Arbeit bei der Entwicklung des ehemaligen Industrieareals der Baumwollspinnerei in Flöha. Die jahrhundertealte Industrieanlage stellte die Stadt aufgrund ihrer Größe und des erheblichen Sanierungsbedarfs über Jahrzehnte vor große Herausforderungen.
Eine besondere Aufgabe war die Sanierung und Umnutzung der mehrgeschossigen, langgestreckten Gebäudezeile, die als Keimzelle des früheren Industrieensembles gilt. Auf rund 8.900 Quadratmetern entstanden 77 Wohnungen unterschiedlicher Größe und sechs Gewerbeflächen.
Der Denkmalpreis des Landkreises wurde erstmals 2005 vergeben. Seitdem sind 63 Preise an Privatpersonen, Vereine, Kirchgemeinden, Planer, Denkmalschützer, Firmen und Einzelunternehmer gegangen. Der undotierte Preis würdigt sowohl einzelne herausragende Leistungen als auch kontinuierliches Engagement. (PM)


