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Montag, 8. Juni 2026

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Es dampfte an Hitzetagen im Pressnitztal

Sieben Schmalspurrösser unter Dampf auf einem Gleis – diese technische rollende Attraktion boten die Akteure der Pressnitztalbahn zum Pfingstbetrieb 2026. Ein Ereignis, welches die Betriebstemperatur bei den von den Gastgebern erwarteten knapp 6.000 Eisenbahnfans steigen ließ.

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Jöhstadt. „Besonders hervorzuheben ist der Besuch der Dampflok 99 1585, derzeit beheimatet bei der Schwarzbachbahn in Lohsdorf in der sächsischen Schweiz“, so Pressesprecher Jürgen Herold. „Die 1912 von der Sächsischen Maschinenfabrik, vormals R. Hartmann AG, in Chemnitz gebaute Schmalspurlok war gemeinsam mit vier betriebsfähig in Jöhstadt stationierten IV K zu erleben. Von den einst 96 gebauten Exemplaren dieser Gattung IV K existieren 22 noch heute, die meisten bei der Preßnitztalbahn. Damit rollten zu Pfingsten fünf der neun noch heute einsatzfähigen sächsischen IV K zwischen Jöhstadt und Steinbach. So etwas gab es seit vielen Jahren nicht mehr und es ist mehr als fraglich, ob eine solche Konzentration betriebsfähiger IV K je wiederholt werden kann“, so der Vereinsfreund.

„Dazu kamen noch die sächsische Dampfloklegende I K und eine Maschine der Baureihe VI, somit beförderten also sieben Dampfloks an drei Tagen die Museumszüge.“ Jürgen Herold hebt hervor, dass mit der Gastlokomotive der Schwarzbachbahn eine Ur-Jöhstädter-Vertreterin wieder einmal vor Ort war. „Sie ist jene Maschine, die den letzten Fahrtag im Dienstbetrieb unserer Eisenbahnstrecke 1984 vor Stilllegung in einer Finaltour miterlebte.“

Wer sein Dampfross liebt, der putzt: Paul Roschke in Aktion. Foto: Christof Heyden

Gezählt sind die Stunden des am Bahnhofsgelände angrenzenden Neubaublocks. Dieser Fakt weckt in den 660 Mitgliedern des Vereins ein Hochgefühl. „Endlich können wir einen lang gehegten Wunsch, jenes „Bahnhof Jöhstadt BLOCKfrei“ genanntes Projekt, realisieren. Ab Juni geht es los“, so der Geschäftsführer des Vereins Gerald Seifert. „Der Abriss früherer Bahnanlagen und der Aufbau eines Mehrfamilien-Neunbaublocks auf dem Gelände Ende der 1980er Jahre, schmerzte. Das Gebäude zerteilt unsere Gleisanlagen, stand zwischen Bahnhof und Lokschuppen. Fast 40 Jahre mussten wir mit einem betrieblichen Provisorium leben, drangen darauf, diesen Zustand abzuändern. Seit 2023 haben wir bekanntlich die Initiative BLOCKfrei gestartet, werben u.a. auch Spendengelder ein, um das ehrgeizige, auf einen sechsstelligen Finanzbedarf ausgelegte Vorhaben, umzusetzen.“

Anheizen zum Pfingstbetrieb vor dem Lokschippen, auch die sächsische I K steht voran. Foto: Christof Heyden

In zurückliegenden Wochen haben die Museumseisenbahner 15 Container an Restmüll, wie Haushaltgegenstände und verschlissene Inneneinrichtungen, aus dem leergezogenen Gebäude abgefahren. „Ein Abrissunternehmen wird den Plattenbau entkernen, abreißen und fachmännisch entsorgen. Das Bestreben ist es, dies bis August 2026 zu bewerkstelligen.“ Seifert hofft, dass noch vor Jahresende Tiefbauarbeiten für die Modernisierung starten können. „So gilt es, eine Gleisentwässerung einzubringen, diverse Leitungen von Medien wie Strom, neu einzubinden. Dies wären Voraussetzungen, um 2027 mit dem eigentlichen Gleisaufbau zu beginnen.“

Der Abriss des Wohnblocks steht bevor, dann kann das neue Museumskonzept endlich umgesetzt werden. Foto: Christof Heyden

Das neuerliche ehrgeizige Vorhaben gilt als ein Standbein für die Ertüchtigung des Standorts als Ausstellungs- und Erlebnisbahnhof. „Wir wollen ganzjährig auch an jenen Tagen ein Ausflugsziel werden, an denen keine Züge verkehren. Unser Konzept will neben der Verschönerung des Außengeländes verschiedenste Aspekte des Eisenbahngeschehens im Pressnitztal beleuchten. Der Bahnhof Jöhstadt könnte Ausgangspunkt für Touristen und deren Besuchsprogramm werden, wenn sie das Erzgebirge besuchen.“  Im historischen Warteraum in Jöhstadt wird das sorgsam erarbeitete Museumskonzept vorgestellt. Ein Bestandteil des Museums wird auch die in einem Nebengebäude untergebrachte Fahrkartendruckerei sein, die zum Pfingstreff bereits einen Einblick ermöglichte.

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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