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Annaberg-Buchholz erhält wertvolle Sammlung historischen Notgeldes

Annaberg-Buchholz. Ein besonderes Stück Stadtgeschichte hat seinen Weg zurück an einen symbolträchtigen Ort gefunden: Rainer Streek hat der Stadt Annaberg-Buchholz seine über Jahre hinweg zusammengetragene Sammlung von Notgeldscheinen aus den Jahren 1918 bis 1923 als Geschenk übergeben.

Mit großer Dankbarkeit und Anerkennung nahm die Stadt diese außergewöhnliche Schenkung entgegen. Archivleiter Wolfgang Blaschke hatte dazu im Vorfeld die historischen Geldscheine gemeinsam mit erläuternden Informationen in einem repräsentativen Rahmen aufbereitet. Dieser hat nun seinen festen Platz in der Kämmerei gefunden – genau dort, wo einst Geld ausgegeben wurde.

Rainer Streek zeigte sich sichtlich bewegt, dass seine Sammlung nun öffentlich zugänglich ist: „Ich freue mich sehr, dass die Scheine nicht länger bei mir zu Hause in einem Buch gepresst verborgen bleiben, sondern hier für alle sichtbar sind.“ Auf das Thema Notgeld war er eher zufällig gestoßen – bei einem Besuch im Rathaus in Geyer. Durch weitere Recherchen entdeckte er schließlich auch Annaberger Scheine und widmete sich fortan über mehrere Jahre intensiv dem Sammeln, bis die Serie vollständig war.

Das Annaberger Notgeld aus der Inflationszeit stellt ein eindrucksvolles Zeugnis wirtschaftlich schwieriger Zeiten dar. Es handelte sich dabei nicht um klassisches Umlaufgeld der Notenbanken, sondern um Wertmarken und ähnliche Ersatzmittel. Eine besondere Rolle spielten die sogenannten „Altershilfsscheine“ mit Motiven wie dem Frohnauer Hammer, Adam Ries, dem Tetzelkasten und Barbara Uthmann. In einer Auflage von jeweils rund 31.000 Stück, gedruckt durch die Annaberger Druckerei C. Balduin Wittig, dienten sie unter anderem dazu, Mittel für soziale Zwecke wie die Wiederherrichtung von Hospitalgebäuden und den Bürgerheimfonds zu gewinnen.

Rainer Streek, l., übergibt Stadtverantwortlichen die Sammlung. Foto. Annett Flämig

Die Jahre zwischen 1918 und 1923 waren von einer dramatischen Inflation geprägt, die ab 1921 immer weiter an Fahrt aufnahm. Finanzielle Planungen wurden nahezu unmöglich, Haushaltspläne konnten zeitweise nicht mehr aufgestellt werden. Erst mit der Währungsumstellung Ende 1923 fand diese Entwicklung ein Ende.

Im Namen der Stadt Annaberg-Buchholz bedanken sich Anke Hanzlik und Rolf Schmidt herzlich bei Rainer Streek für dieses außergewöhnliche Engagement und die großzügige Schenkung, die das kulturelle Gedächtnis der Stadt nachhaltig bereichert. (PM)

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