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Museumsbahn macht in Bürstenregion Dampf

Die Schmalspurtrasse zwischen Schönheide und Stützengrün war gefragter Publikumsmagnet: ganze Familienverbände besuchten den liebevoll gepflegten Schauplatz der Verkehrsgeschichte.

Schönheide. Kohle und Wasser waren an zurückliegenden Feriensonntagen die angesagten Elemente: die eiserne Lady der Museumsfreunde machte mächtig Dampf für Sonderfahrten auf. Dabei ließen sich die Gäste oft ganz in Familie auch nicht von letzten Schneeresten im Erzgebirge oder gar Regenschauern der Wettermacher beirren. Die Dampflok 99 582 verkehrte mit dem Museumszug zwischen Schönheide und Stützengrün auf einer der kürzesten Strecken der Kleinbahntrassen.

Die einst erste und längste Schmalspurbahn Sachsens fuhr früher die Strecke von Wilkau-Haßlau bis nach Carlsfeld. Vor über 50 Jahren, am 27. September 1975, stellte man schließlich den Reiseverkehr auch auf dem letzten Streckenabschnitt zwischen Rothenkirchen und Wilzschhaus (heute Schönheide Süd) ein.

Enthusiasten und Anwohner dieses Verkehrsmittels halten die Erinnerung im Ehrenamt wach. Seit 1995, als die Gemeinde Schönheide die Rechte zum Betreiben einer Schmalspurbahn durch das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erhielt, heizen sie den Dampfrössern ein und pflegen die Technik.

Mit dem aus ehemaligen Eisenbahnern und Fans neu gegründeten Verein Museumsbahn Schönheide e.V. wurde ein Betreibervertrag über den Betrieb als nichtbundeseigene Eisenbahn geschlossen. Drei betagte Dampflokomotiven mit Kennung 99 516, 99 582 und 99 585 versehen ihren Zugdienst, wobei aktuell eine Maschine der Generalrevision unterzogen wird.

Das ehrgeizige Hobby der Museumseisenbahner findet große Resonanz. Neben deren Bemühen, die Schmalspurtrasse zu beleben und historische Technik gerade für künftige Generationen zu erhalten, wissen Anrainer die Außenwirkung der Bahn für den Fremdenverkehr in einer für die Bürstenindustrie weithin bekannten Region zu schätzen. Das stählerne Netz der Schienen verband einst regional und lokal Arbeitsplätze, die Güterverkehre füllten Läger und transportierten Rohstoffe für die Bürsten- und Holzindustrie.

Zu kommenden Fahrtagen gehören am 21. und 22. März die Tage des offenen Lokschuppens, am 5. und 6. April die Osterfahrten und am 1. und 2. Mai sogenannte Teddybär-Fahrten mit Fototag. Zudem wird am 14. Mai zum Himmelfahrtstreff eingeladen, bevor am 24. und 25. Mai der Pfingstfahrbetrieb startet. Insgesamt sind in diesem Jahr 21 öffentliche Fahrtage an 15 Wochenenden geplant. Fünf Fahrtage davon finden mit Dieselbetrieb statt.

Kohle für die Loks, jede Schaufel zählt – unter dieser Devise suchen die Vereinsfreunde tatkräftige Sponsoren für das wichtigste Heizmittel. Durch die Energiekrise verteuerte sich der Rohstoffe Steinkohle. Um den beliebten Dampfbetrieb im geplanten Umfang bieten zu können, bedarf es jeden Kilogramms. Daher freuen sich die Gastgeber über jeden Spendenbetrag.

Infos: https://www.museumsbahn-schoenheide.de/

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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