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Kanuten eiskalt – mit Mütze und Handschuh in den Zschopaufluss

Auf dem Wasser pflegen die Akteure des Kanusports in Braunsdorf seit Jahrzehnten ihre Leidenschaft. Doch seit geraumer Zeit steigen sie bewusst ins nasse Element.

Braunsdorf. Und das am liebsten zur eiskalten Jahreszeit. „Wir haben das Eisbaden als neue Facette des Freizeitangebots etabliert“, sagt Alexander Himpel. Der unterdessen in Lichtenwalde wohnende Chemnitzer gilt als Impulsgeber des kreislauffördernden Vergnügens.
„Vor acht Jahren unternahm ich die ersten Badegänge in die Zschopau, nach und nach schlossen sich Interessierte an. Seit vier Jahren pflegen wir dieses Erlebnisformat“, so der Sportsmann. Um den haben sich mittelweile zwei Handvoll Wagemutige geschart, die Woche für Woche der Treff vor dem Stauwehr neben der Fünfer Brücke, der Kanusportstrecke in Braunsdorf, zusammenbringt.

Auf gehts es: Holger Uhle, Susi Landgraf, Kathrin und Ronny Müller-Göthel sowie.Peter Rösel und Alexander Himpel. Foto: Christof Heyden


„Kanu ist ein Sommersport, mit dem von uns vor allem geschätzten Wildwasserfahren, sind wir regelmäßig auf den Gewässern des In- und Auslands unterwegs. Mit dem Eisbaden erschließen wir uns eine Facette des Wintersports. Insofern führen wir unser Ausdauertraining weiter fort und sorgen für spezielle Abhärtung. Es ist aber kein Muss für unternehmungslustige Mitbürger, Kanusportler zu werden, um sich uns anzuschließen“, fügt Peter Rösel vom Vorstand der Kanuabteilung im Sportverein Grün-weiß Niederwiesa hinzu. „Die Eisbaderrunde bereichert befördert auf spezielle Weise das Abteilungsleben, gerade die soziale Komponente gewinnt so einen neuen Stellenwert.“     

Auch Ronny und Kathrin Müller Göthel haben sich der Schwimmrunde angeschlossen. „Uns motiviert der Fakt, so Sport und Gesundheit zusammenzubringen. Klar, anfangs bedarf es der Überwindung“, so die abgehärteten Zeitgenossen. „Unterdessen ist es uns ein Bedürfnis, regelmäßig diese Augenblicke zu suchen. Der Erfolgskick stellt sich sofort ein, man fühlt sich nach dem Anfangskribbeln und Bibbern dennoch super.“ 

Rösel berichtet von dem Umschalt-Aha-Effekt. „Es geht um die Überwindung des Gefühls von warm und kalt. Egal wie groß der Temperaturunterschied, einmal eine derart Differenz kennen gelernt, überwindet man die Barriere, auch im Winter ins Nass zu steigen. Man kann unter der heimischen Dusche mit Wechselbädern Grundlagen schaffen.“

Alexander Himpel ist der Impulsgeber des Eisbadens, er misst die Wassertemperaut: zwei Grad Plus. Foto: Christof Heyden

Wie in Eisbadergemeinden Oederan oder Falkenau auch, sorgte in den zurückliegenden Kältetagen eine Eisschicht für ein spezielles Ambiente. „Bevor wir abtauchen konnten, galt es schweißtreibend ein Eisloch ins Gewässer zu bringen“, so Alexander Himpel. Spaten und Kettensäge waren neben Bademantel und Schwimmdress notwenige Utensilien.

„Unser Schwimmgänge folgen bestimmten Ritualen: am Kanusportgelände angekommen, wird zunächst der Ofen angeheizt. Danach erfolgt eine gemeinsame Erwärmung. Danach geht im Gänsemarsch über die Straße an den Fluss. Hier tummeln wir uns je nach Kondition in der Zschopau, ohne unterzutauchen. Nach dem Bad versammelt sich die Runde zu Erwärmungsrunde mit Plausch“, so Peter Rösel. Zum zurückliegenden Treff verzeichnete das Thermometer ein Gard Luft- und zwei Grad Celsius Wassertemperatur.

Wagemutige aller Altersklassen sind in Braunsdorf gern willkommen. Jeweils mittwochs ab 19 Uhr steigen die Winterschwimmer am Steg der Kanuten in den Zschopaufluss. (hy)

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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