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Ein gelernter Betonbauer mit feinfühliger Künstlerhand

Mit Christian Wendt stellt aktuell ein Gahlenzer Maler in der jüngst sanierten Wohnmühle Karl-Schmidt-Rottluff in Chemnitz aus. Auch er hat eine besondere Beziehung zu diesem Stadtteil.

Gahlenz/Chemnitz. Ein farbenfrohes Aquarellbildnis, die aufgearbeitete Bausubstanz der Wohnmühle Karl-Schmidt-Rottluff als Motiv erfassend, gehört zu den Blickfängen der jüngsten Ausstellung in dem seit Jahren ehrgeizig aufgearbeiteten Komplex der Kulturhauptstadt Chemnitz an der Limbacher Straße. Mit dieser Arbeit ist mit Christian Wendt ein in diesem Stadtteil gebürtiger Rottluffer mit weiteren über 30 Bildnissen im Gepäck in sein früheres Lebensumfeld zurückgekehrt.

„Ich bin 1952 im Chemnitzer Ortsteil Rottluff geboren worden, einem Dorf am Stadtrand. Seinerzeit bestimmte das Landleben die Szenerie, waren noch Bauernhöfe bewirtschaftet. Die mit dem berühmten Künstler verbundene Wohnmühle kannte ich schon als Knirps, auch den vorbeiführenden Pleißenbach“, so Christian Wendt. Die Leuchtkraft der Erinnerung zeichnet nicht minder weitere Ausstellungsstücke aus, auf denen der 73-Jährige markante Gebäude und Ausblicke dieses einstigen Wohnumfeldes einfängt. Etwa der Blick zum Totenstein, zur Kirche Röhrsdorf und den Rabensteiner Wald.

Christian Wendt aus Gahlenz stellt in dem reizvollen Ambiente der Wohnmühle Karl-Schmidt-Rottluff in CHemnitz-Rottluff aus. Foto: Christof Heyden

Sein Credo: „Malen ist für mich die Darstellung der Natur, meines Lebensumfeldes, so zeige ich meine Sichtweise auf die Schöpfung, Insofern sind meine Arbeiten der Ausdruck meiner Freude an dem von mir zu sehendem, mich erbauendem.“ Dieser Maxime ist seit 1990 das jetzige Lebensumfeld in Gahlenz ausgerichtet. Vor den Toren der Gemeinde findet sich sein Gehöft, eingebettet im sanften Mittelgebirgsvorlandes, wo die Tierwelt schon Mal vorm Gartenzaun äst und dessen musisches Treiben in seiner Malerscheune beäugt.

Das Hobby Malen pflegt der Mittelsachse erst im vorangeschrittenen Lebensabschnitt mit besonderer Leidenschaft, wenngleich die Anfänge in die Jugendzeit zurückreichen. „Von Kindheit an habe ich viel gezeichnet und gemalt. Themen waren Geschwister, Eltern, Kameraden, Landschaften und Gebäude. Auch in der Schule wurde das bemerkt und unterstützt. Während der Abiturzeit prägte sich das Malen zum Hobby aus.“

Das Aquarell zur Wohnmühle in Siegmar. Foto: Christof Heyden

1970 lud ihn ein Kumpel ein, eine kleine Studien-Touren ins Umland zu unternehmen. „Mit Moped SR2 sind wir nach Euba gedüst, um die dortige Kirche zu malen. Da entstand mein erstes Aquarell“, so Wendt. „Gerade diese Technik hat es mir angetan. Ich bin ein Fan von Licht im Bild, satten und sauberen Farben.“ Im Laufe der Jahre erarbeitete sich der Gahlenzer auch Öl- und Acryl-Techniken, Pastell kam in jüngerer Zeit hinzu.

Im Hobby das Rüstzeug suchend, besuchte er ab 1991 die renommierten Malschulen von Manfred Heßmann in Oederan und Karsten Mittag in Augustusburg. Ausstellungen hat der gelernte Fachmann für Betonbau und Terrazoarbeiten in der Region Oederan, Mittweida, Chemnitz gestaltet. Unterdessen leitet er selbst Malzirkel und gibt Tipps.

Landschaftsbilder und Naturbeobachtungen sind das Meteir von Christin Wendt. Foto: Christof Heyden

„Aus diesem Netzwerk heraus hat es sich ergeben, in dem Schauplatz Wohnmühle Karl-Schmidt Chemnitz-Rottluff auszustellen. Mit Galerieleiterin Ines Burkhardt habe ich im Malzirkel Zietenstraße zusammengearbeitet, durch sie kam der Kontakt zum Förderverein Karl-Schmidt-Rottluff zustande, der mir diese Ausstellung ermöglicht“, macht sich bei Christian Wendt Genugtuung breit, diese Chance erhalten zu haben. Die Ergebnisse dieses schier unbändigen Wirkens sind seit September 2025 zu sehen, die zunächst bis Jahresende geplante Schau ist unterdessen bis Februar 2026 in der Wohnmühle Karl-Schmidt-Rottluff verlängert worden. (hy)

Die Ausstellung in der Wohnmühle Karl-Schmidt-Rottluff, Limbacher Straße 380 in 09116 Chemnitz ist sonntags von 14 bis 16 Uhr zu besichtigen. Zudem können Besuche auf Anfrage außerhalb dieser Zeit ab acht Personen vereinbart werden. Dazu Kontaktformular über die Plattform www.schmidt-rottluff-chemnitz de nutzen.

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Autor

Christof Heyden
Christof Heydenhttps://www.erzgebirge.tv
in Chemnitz lebend, geb. 1961 in Pirna, Diplom-Kulturwissenschaftler Humboldt-Uni Berlin, seit 1993 Freier Journalist und Pressefotograf. Mailadresse: christof.heyden(at)erzgebirge.tv

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