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Töpferkunst aus Kossiw trifft auf kostbare Neuzugänge

Annaberg-Buchholz. Mit gleich zwei neuen Ausstellungen lädt das Erzgebirgsmuseum Annaberg-Buchholz seit Freitag, dem 1. August 2025, alle Interessierten dazu ein, spannende Einblicke in selten gezeigte Kunst- und Kulturgüter zu gewinnen. Neben der Kabinettsausstellung „Schenkungen und Neuerwerbungen 2023–2025“ wurde auch die kleine Sonderschau „Töpferkunst aus Kossiw (Ukraine)“ feierlich eröffnet. Beide Präsentationen zeigen auf eindrucksvolle Weise, wie sehr sich Vergangenheit, Handwerkstradition und internationale Kultur in Annaberg-Buchholz begegnen.

Noch bis zum 28. September 2025 präsentiert das Erzgebirgsmuseum eine farbenprächtige Auswahl traditioneller Keramiken aus der westukrainischen Stadt Kossiw. Die lebendige Volkskunst aus der Region der Huzulen am Fuße der Karpaten zählt heute zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Die Sonderschau vergleicht ausgewählte Exponate dieser besonderen Keramik mit historischer Annaberger Töpferware und spannt damit einen faszinierenden Bogen zwischen zwei handwerklichen Kulturen.

Zu sehen sind Arbeiten von Oleksandra und Vitaliy Kushnir, die in ihrer Heimwerkstatt in Kossiw zwischen 2012 und 2022 Gefäße, Fliesen und Ziergegenstände nach traditionellen Techniken geschaffen haben. Ihre Werke bestechen durch detailreiche Bemalungen und eine kunstvolle Engobetechnik, die – wie auch in der Annaberger Keramikgeschichte – eine zentrale Rolle spielt. Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit der Annaberger Keramikwerkstatt (AKW) und war ebenfalls eingebettet in das Rahmenprogramm des jüngst vergangenen Annaberger Töpferfest.

Blick auf eine Vitrine mit Schenkungen und Neuerwerbungen. Foto: Guntram Flott

Parallel dazu gewährt die Ausstellung „Schenkungen und Neuerwerbungen 2023–2025“ im Kabinett des Museums einen spannenden Einblick in die jüngsten Zuwächse der städtischen Sammlung. Unter den gezeigten Objekten finden sich handwerklich und kunsthistorisch bedeutende Exponate – etwa eine vierstöckige Weihnachtspyramide des Annaberger Schnitzers Paul Schneider samt detailreicher Figurenbesatz, Werke von Rudolf Köselitz sowie ein charmantes Ölgemälde von Arthur Kupfer mit Blick auf die St. Annenkirche.

Ein weiterer Höhepunkt ist eine umfangreiche Zinnsammlung mit Gusserzeugnissen aus der Zeit um 1800, ergänzt durch seltene historische Spielzeuge, einen kunstvoll gefertigten „Lichtertürken“ sowie Figuren aus dem Hüttenwesen Freibergs. Viele dieser Stücke sind bislang unerforscht – eine Einladung an alle, die sich für regionale Geschichte und kunsthandwerkliche Details begeistern.

Besonders bemerkenswert ist zudem ein original erhaltenes, handschriftliches Dokument von Christian Heinrich Schumann (1787–1858), dem Gründer des Annaberger Lehrerseminars. Die „Ode an die Musen“, die Schumann zur Eröffnung des historischen Museumssaales 1822 verfasste, ist voller klassizistischer Bildsprache und zeugt von seiner tiefen humanistischen Bildung. Sie wird im Original bis zum 14. September in der Ausstellung zu sehen sein.

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