Das Publikum hat abgestimmt: ein Ziegenbock ist schönster meckernder Fellträger des Erzgebirges.
Steinbach. Oswald heißt der Sieger des originellen Wettbewerbs um den schönsten, vierbeinigen gehörnten Fellträger. Der Akteur der Rasse Schweizer Pfauenziege mit Stall in Dorfchemnitz / Zwönitz heimste am Wochenende den Titel des Jahrgangs 2025 ein. Sein Besitzer ist Jens Adner, der bereits im Vorjahr mit Ziegendame Fränzi den Sieg holte. Insgesamt 24 Bewerber stellten sich der Wertung durch das schaulustige Publikum. Insgesamt gaben heuer 481 Schaulustige einen Vorschlag im Rahmen der entscheidenden Publikumswertung ab.

Für den mit Nummer 17 antretenden Oswald wurden 97 Stimmen gezählt. Auf den zweitplatzierten Michi, ebenfalls ein Bock, der mit seinem Besitzer Kurt Rauschenbach aus Wilchwitz im Altenburger Land die weiteste Anreise hatte, entfielen 57 Punkte. Als Dritte hielt Hanna, von Steinbacher Ziegenhirten Patrick Westenburger, die Ehre der Milchgeberinnen vom Gastgeberverein mit 45 Zählern hoch.
Zum 23. Mal wurde in Steinbach einer der originellsten Model-Wettbewerbe ausgetragen: die Suche nach der schönsten Ziege des Erzgebirges. Beim Wildbachfest, initiiert von den heimischen Ziegenhirten, dem hiesigen Erzgebirgszweigverein und Wildbach-Gastwirt Dave Weber, rückt das liebe Vieh regelmäßig in den Blickpunkt. Dazu zählt auch der Wettlauf der Ziegen und das Fachsimpeln der Hirten und der Gäste um die genügsame Tierart. Erneut wurden Naturprodukte angeboten, zu denen Ziegeneis und -käse zählten, aber ebenso geräucherte Ziegenwurst.

Alle Jahre wieder tragen die Ziegenhirten ein kleines Schauspiel vor. Diesmal lud Lehrerin Frau Krautfuß, alias Karin Leonhard, ihre Schulkasse zur Exkursion in die Natur ein. Mit der nichtalltäglichen Biologiestunde wurden hunderte Zuschauer vergnüglich unterhalten und belehrt: so stand der Körperbau des Tieres zum Thema. Auf originelle und oft frivole Weise wurden Hörner, Bart, Euter und manch anderes Körperteil begutachtet. Höhepunkt der Exkursion: das Verkosten von Kräutern, natürlich als Schnaps gebrannt.

Volle Bäuche waren beim von Wildbachwirt anberaumten Wettfressen angesagt, bei dem es binnen Zeitfrist kiloweise Hackbraten, Kartoffelpüree und Gemüse zu verdrücken galt. Die Gastgeber luden genauso zur rollenden Disko zwischen Steinbach und Jöhstadt ein. Die in Zusammenarbeit mit der Pressnitztalbahn angebotenen beiden Party-Zugfahrten am Sonnabend mit DJ Alex und Profi an Bord und dem einrangierten Cabriowagen, ließen Passagiere sogar auf Schienen tanzen. Nach der Premiere im Vorjahr erfreute sich dieses Angebot heuer einer erstaunlichen generationenübergreifenden Publikumsnachfrage, darunter eine Mehrzahl von Gästen über das Preßnitztal hinaus. (hy)






