Junge Leute für Pflege des Welterbes begeistern

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Die Welterberegion Erzgebirge steht vor ehrgeizigen Aufgaben. Derzeit wird u.a. an einem Tourismuskonzept für die 22 Standorte gearbeitet. Grafik: Welterbeverein

Freiberg. Nach zweijähriger pandemiebedingter Pause erlebte die Vortragreihe Freiberger Kolloquium an der TU Bergakademie am Donnerstagabend seine Wiederaufnahme. Steve Ittershagen, Geschäftsführer Welterbe Montanregion Erzgebirge e.V. referierte zur 181. Auflage dieser Begegnungen zum Stand und den Perspektiven des ehrgeizigen Kultur- und Technikerbe-Formats in Sachsen und Böhmen.
Er gab Einblicke in die bislang vorangebrachten Vorhaben an den 22 Welterbestätten beiderseits der Grenze, erläuterte Marketing- und Finanzierungsvorhaben und berichtete vom Stand des Aufbaus eines Welterbezentrums mit vier Begegnungsstätten in Freiberg, Schneeberg, Marienberg und Annaberg-Buchholz.

Die Diskussion von Drei Dutzend wissbegierigen Teilnehmern war davon getragen, die dem Montanwesen gewidmete Erbepflege als lebendiges Brauchtums- und Erlebnisformat zu etablieren. Gerade die heutige Generation gelte es zu begeistern, da Kinder und Jugendliche diese Initiative um die kulturelle Identität einer Region weitertragen sollten.
Mit dem Argument, dass das Welterbe Appetit auf die Tourismusregion Erzgebirge anregen soll, monierten Teilnehmer, dass sich vorhandene Elemente der Infrastruktur, etwa Bergbauwanderwege wie entlang der Grabentour in teils schlechtem Zustand befänden und nicht als Aushängeschilder erhalten würden.

Zudem bedauerten sie, dass bislang noch kein touristisches Gesamtkonzept für die Montanregion Erzgebirge mit verschiedensten Erlebnisangeboten, Beherbergungsstätten und Kulturangeboten vorliege. Laut Steve Ittershagen werde daran bereits federführend vom Tourismusverband Erzgebirge aktiv gearbeitet. Dabei basierten diese Überlegungen auf der Idee einer Sächsisch-böhmischen Silberstraße.  

Das Freiberger Kolloquium ist eine Vortragsreihe der TU Bergakademie Freiberg, des Geokompetenzzentrum Freiberg e.V., des Sächsischen Oberbergamts, des Sächsischen Staatsarchivs/Bergarchiv Freiberg, des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, des Helmholtz Institut Freiberg sowie der terra mineralia.