Klassik trifft sagenhaftes Erzgebirge

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Das Veranstaltungsplakat der Baldauf Villa für die Aufführung im Pferdegöpel. Grafik: Veranstalter Baldauf Villa

Marienberg. Ein reizvolles Bühnenstück bringt der kul(T)ourbetrieb des Erzgebirgskreises, Baldauf Villa Marienberg am 17. Juni 2022 um 19.30 Uhr im Pferdegöpel auf dem Rudolphschacht Marienberg/Lauta zur Aufführung. Mit dem „Bergmönch“ wird ein seit 200 Jahren nicht mehr aufgeführtes musikalisches Volksstück von sächsischen und böhmischen Akteuren wiederbelebt.

Die Handlung spielt in einem fiktiven erzgebirgischen Dorf. Die Leitfigur ist der Bergmann Michael, der auf die Unredlichkeit des Steigers stößt. Der Steiger möchte Michael zum Schweigen bringen und schickt ihn in dem Moment in den Schacht, als es dort zum einem Unglück kommt.
Die Geschichte handelt auch über weitere Figuren aus den erzgebirgischen Sagen – wie Zwerge (Gnomen) Salamander oder Salamandrinnen (männliche und weibliche Feuergeister des Erzgebirges). 

Mit der Nordböhmischen Philharmonie Teplice musiziert eines der ältesten Orchester Europas, die regelmäßig auf Konzertbühnen in Prag und anderen großen Städten der Tschechischen Republik zu Gast ist. Das mitwirkende Teplitzer Musikensemble „Collegium hortense“, das im Rahmen der „Künstlerischen Gesellschaft Trautzl“ (Trautzlova umělecká společnost, z. s.) wirkt, befasst sich seit 2011 u.a. mit der Wiederbelebung reicher Musiktraditionen im böhmischen Erzgebirge. Der Musikverein knüpft an die fast 500-jährige ununterbrochene Musiktradition an.

Der „Bergmönch“ gehört zum Kulturerbe des Erzgebirges. Es handelt sich um das einzige Werk seiner Art in Deutschland und Tschechien. Der „Bergmönch“ wurde von Josef Wolfram (1789 – 1839; böhmischer Komponist und Bürgermeister der Stadt Teplitz) und Karl Borromäus von Miltitz (1781 – 1845; Dichter, Komponist und Musikschriftsteller aus Dresden) 1829 erschaffen.

Die inoffizielle Erstaufführung fand in Teplitz statt, die offizielle dann 1829 im Ständetheater in Prag. Es folgten u.a. die Hofoper Dresden oder die Königliche Oper in Breslau. Die erfolgreichste war die Aufführung 1832 in der Königlichen Oper Berlin, anlässlich der Geburtstagsfeier des preußischen Königs (Josef Wolfram wurde für sein Werk vom König mit einer Verdienstmedaille ausgezeichnet). 

Die musikalischen Werke von Wolfram lockten bedeutsame Gäste wie den preußischen König Friedrich Wilhelm III., Kaiser Franz I., Wissenschaftler Alexander von Humboldt, Musiker Niccolò Paganini usw. nach Teplitz. Wolfram gründete das Kurorchester Teplice, dessen Tradition bis zu der heutigen Nordböhmischen Philharmonie Teplitz reicht. Auch die Teplitzer Philharmonie wird sich an dem vorgelegten Projekt beteiligen.

Kontakt, Information und Kartenverkauf: Montag bis Freitag 9.00 bis 12.00 Uhr und 13.00 bis 18.00 Uhr
Telefon:      03735-22045
Email:        info@baldauf-villa.de