Kammweg-Preisträger aus Berlin, Leipzig und Nürnberg

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Der Kammweg zählt zu beliebten Mehrtages-Wander-Angeboten in Deutschland. Einem Literaturwettbewerb gibt er einen Namen, Foto: Christof Heyden

Der Jahrgang 2022 des renommierten literarischen Vergleichs ist mit der Ehrung beendet worden. Die Jury kürte aus insgesamt 38 Einsendungen eine Hauptpreisträgerin sowie zwei weitere Förderpreise und vergab weitere Anerkennungen.

Flöha. Katharina Kaps aus Berlin wurde der Hauptpreis zugesprochen, Bettina Haase aus Leipzig und Siegfried Straßner aus Nürnberg dürfen sich über Förderpreise freuen. Das ist die Entscheidung einer fünfköpfigen Fachjury, die in einem anonymen Auswahlverfahren über die Preisträgerinnen und Preisträger im Kammweg-Literaturwettbewerb für das Jahr 2022, ausgeschrieben für das Genre Prosa, zu befinden hatte.
Gesucht waren Kurzgeschichten mit dem Thema „Ohne Kompass zwischen Berg und Tal“, wobei das Thema durchaus metaphorisch aufgefasst und umgesetzt werden sollte. Trotz allem rief die Thematik so einige Reiseberichte auf den Plan, nicht zuletzt diverse Kammwegbegehungen.

Zu dieser Art Geschichte gehört die Kurzgeschichte von Katharina Kaps (Foto, Veranstalter) nicht, sie zählt Erlebnisspuren der Protagonistin auf, auch Engramme genannt, eine Art Anker, die im Gedächtnis zusammenhalten, was wir sind. Splitter mit Auszügen aus Kindheit, Jugend und dem heutigen Leben, summieren Erinnerungen, die sich puzzlegleich zusammensetzen.

Katharina Kaps studierte Deutsche Philologie, Ethik und Philosophie, Soziologie und Gender Studies in Berlin, Oldenburg, Bremen sowie in Frankreich. Die gebürtige Erlabrunnerin veröffentlichte seit 2006 bis jetzt Prosatexte und Gedichte in diversen Literaturzeitschriften.

Bettina Haase fühlt sich mit der Erzgebirgsregion seit ihren Kindertagen an verbunden und wurde so zur Beteiligung beim Kammweg-Wettbewerb animiert. Sie errang einen der beiden Förderpreise.

Der Protagonist ihrer Kurzgeschichte mag es, auf dem Kammweg entlang der tschechischen Grenze unterwegs zu sein. Er kennt die Namen der Wege und weiß, wo sie sich kreuzen, verliert sich jedoch in den politischen Wirren der vergangenen zwei Corona-Jahre. Neben einem erstklassigen Schreibstil gefiel der Jury die Bearbeitung eines drängenden Gegenwartsthemas.
Bettina Haase (Foto Veranstalter) wuchs in Sachsen auf, studierte in Leipzig Bibliotheks- und Informationswissenschaft und arbeitet als Bibliothekarin in einem geisteswissenschaftlichen Forschungsinstitut Leipzig. Sie veröffentlichte Kurzprosa, Kolumnen, sowie journalistische Texte in Anthologien, Magazinen und Sachbüchern.

Der zweite dieser Förderpreise geht an einen im Kammweg-Literaturwettbewerb nicht unbekannten Autor, denn bereits 2017 erhielt Siegfried Straßner einen Hauptpreis im Genre Lyrik.

Siegfried Straßner`s familiäre Wurzeln finden sich im Erzgebirge. In der heutigen Stadt Háj, früher Stolzenhain, wurde seine Mutter, Maria Straßner, geboren.

Siegfried Straßner (Foto Veranstalter) lebt in Nürnberg, studierte Iberoromanische Philologie, Pädagogik und Theaterwissenschaften und ist leitender Mitarbeiter in einem Nürnberger Kulturzentrum, Schwerpunkt Literaturvermittlung sowie freiberuflich tätig als Dozent an der Akademie Faber Castell, Stein b. Nürnberg, Studiengang Literarisches Schreiben.
Er wurde u.a. 1. Preisträger beim Literaturwettbewerb „Goldenes Kleeblatt gegen Gewalt 2019“, Burgenland, Österreich.

Neben den genannten Preisen werden vier Anerkennungspreise an Berit Braune (Dresden), Stefan Tschök (Chemnitz), Lucia Reichard (Saarbrücken) und Björn Reich (Gießen) vergeben.
Alle sieben Preisträgerinnen und Preisträger sowie weitere ausgewählte Einsenderinnen und Einsender von Kurzgeschichten erhalten die Möglichkeit der Teilnahme an einer für sie kostenlosen Textwerkstatt im September 2022 unter fachlicher Anleitung der beiden Jurymitglieder und Autorinnen, Undine Materni und Wiete Lenk, in der Kulturjugendherberge Frauenstein, organisiert vom Kulturraum Erzgebirge-Mittelsachsen.

Der Hauptpreis ist mit 500 EUR, die beiden weiteren Förderpreise sind mit je 300 EUR und die Anerkennungspreise mit je einem 100 EUR Buchhandlungsgutschein dotiert.