Statt Kappenball ein Straßenumzug

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In Frankenstein sind die Karnevalisten noch voller Hoffnung, den Straßenumzug durchführen zu dürfen. Die Festwagen wurden geschmückt. Foto: Christof Heyden

Zum Faschingsauftakt heraus auf die Straße – diesen Aufruf richten die Narren des Frankensteiner Karnevalsklubs an ihre Mitbürger. Coronabedingt haben die narren ihren Kappenball abgesagt, halten aber an der Saisoneröffnung fest

Frankenstein. Im 36. Jahr ihres Bestehens planen die Akteure der Vereinigung aus aktuellem Anlass eine Premiere: erstmals soll mit einem launigen Umzug der Saisonstart in die fünfte Jahreszeit vollzogen werden. „Die Idee resultiert aus den aktuellen Corona-Rahmenbedingungen“, erklärt Katrin Schönherr vom Organisatorenteam.
„Ein Kappenball wie in bislang bekannter Manier mit rappelvollem Saal lässt sich aus unserer Sicht nicht durchführen. Die geforderten Hygienemaßnahmen sind schwerlich durch uns Ehrenamtler zu stemmen. Ein Saisonstart soll aber erfolgen, also verlagern wir diesen ins Freie. Statt in der zum Narrenhof umgerüsteten Kultur- und Turnhalle trifft sich die Spaßgesellschaft zum närrischen Treiben diesmal auf den Straßen und später auf dem Sportplatz vor der Tür der Mehrzweckeinrichtung.“ 

Mit dem Umzug verbinden die Karnevalisten zugleich eine weitere Idee. „Wir haben die Initiative HeimatVEREINt gestartet. Mit dieser wollen wir einen Impuls für das nachbarschaftliche Miteinander auslösen“, so Katrin Schönherr. „Die zurückliegende Pandemiezeit zeigt, dass ein hohes Maß an Hobbyverdrossenheit Einzug gehalten hat, Vereine und Initiativen im Gemeindeverbund spüren, dass Mitglieder bequemer geworden sind, Kontakte einschlafen, mancher auch wegbleibt und neuer Nachwuchs schwerlich in die Interessengemeinschaften findet. Mit unserem Faschingsumzug wollen wir das Signal setzen: Leute, es geht weiter, kommt herbei, arbeitet in den Vereinen zusammen.“

Getragen wird dieses Vorhaben mit dem Untertitel „Sei dabei, gehöre dazu“ von allen fünf im Gemeindegebiet von Frankenstein tätigen Vereinen und den vier Ortsteilfeuerwehren. „Uns geht es um das Wir-Gefühl, gerade unsere Dorfgemeinschaften basieren auf dem Miteinander. Ob Kinder und Jugendliche, Familien und ältere Bürger, über die Hobbys leben wir dieses soziale Miteinander, dieses gilt es durch derartige Initiativen zu bekräftigen“, erläutert Katrin Schönherr die Intentionen der Veranstalter.

„Dabei wollen wir unseren Vereinen die Gelegenheit geben, sich mit einzureihen und am späteren Treffpunkt an der Mehrzweckhalle in Frankenstein vorzustellen“, ergänzt Marga Karasek, Leiterin der Ortsgruppe der Volkssolidarität, eine Koordinatorin der HeimtVEREINt-Idee. „Wir haben unterdessen manch zugezogenen Mitbürger, der noch nicht einmal die Hobbymöglichkeiten im Ort kennt. Fast zwei Jahre hat es keine großen Veranstaltungen mehr gegeben, sind die Vereine selbst kaum in Aktion getreten.“
In den Umzug einreihen sollen sich neben den Narren so auch Sportler, Kulturfreunde, Heimatforscher, Tierfreunde, Bergbaufans, Feuerwehrleute sowie der guten Laune aufgeschlossenen Mitbürger. „Es gibt kein zentrales Motto, aber ein Kostüm oder wenigsten eine Pappnase oder Hut sollte schon getragen werden“, so Katrin Schönherr.