Ohne Kohle kein Boom!

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Einer der sieben Schauplätze der sächsischen Landesausstellung BOMM ist Oelsnitz als Standort für den Steinkohlebergbau. Foto: Christof Heyden

Für die 4. Sächsische Landesausstellung 2020 öffnet das zurzeit geschlossene Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge vorübergehend mit einer neuen Erlebnisausstellung rund um Sachsens „schwarze Diamanten“. Ein Erlebnisbesuch für die gesamte Familie.

Oelsnitz/Erz. Was vor 150 Jahren für den wirtschaftlichen Boom Sachsens galt, gilt heute für die 4. Sächsische Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“. Am Schauplatz KohleBoom. im Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge tauchen Museumsgäste ein in die Welt der „schwarzen Diamanten“ Sachsens. Als wichtigster Energielieferant steht Steinkohle in der Wertschöpfungskette der Industrialisierung am Anfang.
Der Freistaat Sachsen verdankt seine Vorreiterrolle in diesem Prozess auch seinen Steinkohlenvorkommen. Die sächsische Wirtschaft hätte im 19. Jahrhundert ohne diesen Rohstoff nicht im bekannten Ausmaß „boomen“ können. Entstanden ist eine Ausstellung, die erstmalig einen Eindruck von der Komplexität des gesamten Steinkohlenbergbaus in Sachsen, seiner Bedeutung und Auswirkung auf Mensch, Wirtschaft, Natur und Kultur vermittelt.

Unter dem Motto „Kohle – Erbe –Wandel“ nimmt das Museumsteam Gäste am authentischen Ort, dem früheren Kaiserin-Augusta-Schacht, mit hinein in die oft noch unbekannte Geschichte dieses sächsischen Bergbauzweiges. „Für die Schauplatzausstellung KohleBoom. war es uns wichtig, uns vom bisher stark technikbezogenen Ansatz des Bergbaumuseums zu lösen. Wir beleuchten nun das Wesen des 800 Jahre währenden Steinkohlenbergbaus auf sächsischem Boden in größerer Breite. Neben technischen Aspekten stellen wir soziale, kulturelle und wirtschaftliche Vorgänge und Ereignisse dar, die mit diesem Montanzweig verbunden sind“, fasst Museumsleiter Jan Färber die Idee dieser Schauplatzausstellung zusammen.

Ausstellungsabteilung zur Ausbildung der Bergleute im Steinkohlenbergbau, Foto: Gregor Lorenz

Auf dem Rundgang über den Schauplatz begeben sich Besuchende auf eine Zeitreise von der Entstehung der Kohle vor 300 Millionen Jahren über die Blütezeit der sächsischen Kohlenreviere im 19. und 20. Jahrhundert bis zum heute noch andauernden Wandlungsprozess nach dem Ende der Förderung. Man entdeckt dabei einen tropischen Urwald und urige Maschinen, erkundet ein geheimnisvolles Bergwerk oder staunt in der alten und doch modernen Schachtschmiede darüber, was eine Ananas mit Steinkohle zu tun hat.

Und immer wieder begegnet man Zeitzeugen, die den sächsischen Steinkohlenbergbau geprägt haben. Es wird fesseln und überraschen, auf wen man dabei stößt. Sachsens größte erhaltene und vorführbare Dampfmaschine rundet den Besuch des Schauplatzes ab. Für die Dauer der Landesausstellung 2020 gibt das Bergbaumuseum Oelsnitz/Erzgebirge auch einen Ausblick auf das, was hier zurzeit entsteht: Ein modernes Museum, das sich neu erfindet. Auf der Basis eines grundsätzlich überarbeiteten Museumskonzeptes öffnet hier ab 2023 eine zeitgemäße Ausstellung. Deshalb ist das Haus bereits seit Anfang 2019 für den Publikumsverkehr geschlossen.

Vermittlungsangebot im Anschauungsbergwerk des Bergbaumuseums Oelsnitz/Erzgebirge, Foto: Gregor Lorenz

Begleitend zur Landesausstellung bietet das Bergbaumuseum entsprechend der gegebenen Möglichkeiten Veranstaltungen und Aktionen in bunter Vielfalt an. Neben Schauplatzführungen durch die Ausstellung KohleBoom. zählen dazu verschiedene Familien- und Erlebnisführungen, ein abwechslungsreiches Ferienprogramm, Film- und Vortragsabende, gesellige Adventsveranstaltungen.

Ebenso können Kindergeburtstage oder Schwarze und Süße Pausen als zünftige Bergmannsvesper im Anschauungsbergwerk gebucht werden. Für Schulgruppen hält das Museumsteam unterschiedliche Vermittlungsangebote bereit. Dazu gehören Lernerlebnisse wie „Menschen und Geschichten“, „Sachsens Industrie im 19. Jahrhundert“ oder „Unterwegs in den Strecken“.