45 Minuten bis Chomutov, sieben Stunden bis Wien

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Premierenfahrt der Buslinie 588 zwischen Chomutov und Marienberg am 18. Juli 2020. Reichlich 30 Kilometer sind es über den Erzgebirgskamm von der sächsischen in die böhmische Stadt. Fünf Mal wöchentlich und vier mal an Wochenenden verkehrt der Omnibus, der auch einen Fahrradanhänger mitführt. Foto: Christof Heyden

Marienberg. Die Kammregion des Erzgebirges rückt zwischen Sachsen und Böhmen verkehrstechnisch weiter zusammen. Seit diesem Wochenende verbindet die Buslinie 588 die Städte Marienberg und Chomutov / Komotau. Vier Mal wird jetzt an Wochenenden die reichlich 35 Kilometer lange und 45 Minuten andauernde Verbindung ohne Umsteigen bedient, unter der Woche rollte der klimatisierte Omnibus fünf Mal täglich. Dabei zeigen sich die per Kooperationsvereinbarung zusammenarbeitenden Unternehmen Autobusy Karlovy Vary und der Verkehrsverbund Mittelsachsen gerade für Touristen gut gerüstet. Per Spezialanhänger können bis zu 24 Fahrräder transportiert werden.

Lokalpolitiker aber auch Touristiker setzen in die neue Trasse große Hoffnungen, die Einheimischen aber auch Ausflügler beiderseits des Grenzbaches einander näher rücken zu lassen. Das Verkehrsprojekt gilt gerade als ein weiterer Impulsgeber für das Welterbeprojekt Montanregion Erzgebirge. Von der Verbindung sollen dabei nicht nur die beiden Städte profitieren. Sie sind vielmehr Ausgangspunkt für Touren in die jeweiligen Regionen, auch Chemnitz und Prag rücken mit dem Verkehrsprojekt einander näher.

Selbst Wien ist per umsteigen binnen 7 Stunden zu erreichen. Vorerst sind aber der Zoo in Chomutov oder der Rätzteich bei Marienberg die bevorzugten Ziele der Passgiere. Eine Tour kostet 5,30 Euro oder 50 Kronen.

Die Honoratioren winken zur ersten Abfahrt in Marienberg: Unter ihnen Oberbürgermeister Andre Heinrich Marienberg, 2. v.l. und der Landrat des Erzgebirgskreises Frank Vogel Mitte. Foto: Christof Heyden