Boom.Tag verspricht spannende Zeitreise

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Die Förderer und an dem Projekt beteiligte Schüler. Hintere Reihe (v.l.n.r.): Prof. Klaus Vogel (Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden), Friedrich-Wilhelm von Rauch (Ostdeutsche Sparkassenstiftung), Dr. Pia Findeiß (Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau), Rudolf Fischer (Sparkasse Zwickau), Josefine Frank (Leiterin Bildung und Vermittlung). Vordere Reihe: Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Zwickau, Fotograf: Ralph Köhler

Die 4. Sächsische Landesausstellung „Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen“ unterbreitet im Zwickauer Audi-Bau ein umfangreiches Bildungs- und Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche.

Zwickau. Die Zentralausstellung thematisiert in einem kulturhistorischen Panorama 500 Jahre Industrie-, Arbeits- und Gewerbekultur in Sachsen. Auf 2.500 Quadratmetern sollen über 500 wertvolle historische Objekte, hochkarätige Kunstwerke, Fotografien und Filme diese großartige Tradition nacherleben lassen.
Die Ausstellung ist dafür in sechs große historische Kapitel gegliedert.

BAROCK & BERGGESCHREY

Dieses Kapitel reicht von ca. 1470 bis 1813 und behandelt den Bergbau, die Erfindung des Porzellans, und das damals schon international profundeste Wissen von Berg und Wald, das in Sachsen erarbeitet wurde.
Hier werden mit dem Ausgangspunkt Zwickau und dem Silberbergbau der Renaissance die Grundlagen für eine über 500jährige Entwicklung gelegt. Kapital, Wissen und Arbeit gehen eine neue und vorausweisende Verbindung ein. Kulturell geht es in dieser Zeit um ein neues Bild vom Menschen und um die ihn leitenden Werte.

GARN & GLOBALISIERUNG

Das zweite Kapitel erstreckt sich von der Zeit des verlorenen Siebenjährigen Krieges um 1763 bis zum Vorabend des ersten Weltkrieges und beschreibt die Geburt der Textilindustrie aus dem Geist des Innovationsklimas des sogenannten „Rétablissements“. 
Als Motor der Entwicklung entsteht zunächst die international vernetzte Textilindustrie, anschließend der Maschinenbau. In dieser Epoche wird der Grundstein für die industrielle Basis gelegt, von der die sächsische Wirtschaft bis heute profitiert. 

Schülerinnen und Schüler des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums Zwickau testen ihre Fertigkeiten an einem Zweihandprüfer. Dieser wurde ab den 1920er Jahren als Trainingsgerät für Dreher/Mechaniker eingesetzt. Der Zweihandprüfer gehört zu den elf Erlebnisstationen in der Zentralausstellung der 4. Sächsischen Landesausstellung, Fotograf: Andreas Gosch

KARL MARX & KARL MAY

Das dritte Kapitel bemisst sich auf dem Zeitraum von ca. 1830 bis zum Ersten Weltkrieg und dreht sich um den Zusammenhang von Fortschritt und Konflikt, dem alle wichtigen Akteure dieser Zeit der Hochindustrialisierung verpflichtet sind. Die titelgebenden Protagonisten Karl Marx und Karl May sind Extrempole einer unternehmerischen und geistig-kulturellen Landschaft, die im Zentrum dieses Kapitels steht.

SCHOCKENSÖHNE ZWICKAU & SACHSENSTOLZ

Das vierte Kapitel reicht vom Vorabend des Ersten bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. Das moderne Sachsen ist eine Zeit beispielloser und industriell geformter Gewalt, aber auch eine Zeit der Massen und des Massenkonsums. Dafür stehen in der Ausstellung als Leitbilder der aus Zwickau stammende Warenhauskonzern Schocken und die Lokomotive „Sachsenstolz“, der Höhepunkt des sächsischen Lokomotivbaus.

TRABI & TREUHAND

Die Zeit der DDR erhält ein eigenes Kapitel in der Zentralausstellung. Nicht nur, weil diese Epoche den gescheiterten Versuch eines radikalen Bruchs mit dem kapitalistischen Wirtschaftssystem darstellt und in ihr Karl Marx quasi als russischer Wiedergänger über die Sachsen kommt, sondern weil die Menschen in der DDR die Erfahrung dieses radikalen Bruchs der Wirtschaftssysteme gleich zweimal erlebt haben. Im thematischen Zentrum des Kapitels stehen Leben und Arbeiten in der DDR während und nach der Wende. 

INDUSTRIEKULTUR 2020

Das letzte Kapitel handelt nicht mehr von der Geschichte, sondern von der Gegenwart – und von den Zukunftsentwürfen und Visionen, die für diese Gegenwart wichtig sind. Wissenschaftliche, technologische und ökonomische Innovationen sind die Garanten nachhaltiger Arbeitsplätze, gerade in schwierigen Zeiten der Globalisierung und des demographischen Wandels. 

Schulen und Schüler haben sich schon eingebracht, so die Klasse 8 des Kaethe-Kollwitz-Gymnasium Josefine Frank zeigt ein das Ergebnis. Foto: Ralph Koehler/propicture

DAS BILDUNGSPROGRAMM

Dank der Förderung durch die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und der Sparkasse Zwickau können sächsische Klassen aller Schulformen und Altersstufen die Angebote in der Zentralausstellung in Zwickau zu sehr günstigen Bedingungen nutzen. Unter dem Motto Euer Boom.Tag beinhaltet ein Besuch die Teilnahme an einer Führung bzw. einem Projekt, die An- und Rückreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Charterbus, das gemeinsame Mittagessen und Materialien zur Vor- und Nachbereitung. 

Der Eigenanteil der Schülerinnen und Schüler beträgt bei Buchung einer Führung lediglich 7,50 € und bei Buchung eines Projektes 9,50 €. Der Eintritt in die Landesausstellung selbst ist für junge Leute bis 18 Jahre generell frei. Das breit angelegte Bildungsangebot richtet dabei sich an alle Schulformen – von der Grund- bis zur Berufsschule.

Angeboten werden drei einstündige Führungen zur Lebens- und Arbeitswelt in Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Sie eignen sich für Klassen an Grund- und Förderschulen, an Oberschulen, Gymnasien und Berufsschulen. Bis zu dreieinhalb Stunden lang sind die drei Projekte, mit denen einzelne Themengebiete wie Robotik, Stadtentwicklung oder Rohstoffabbau vertiefend bearbeitet werden können.

(Quelle: Boom.Sächsische Landesausstellung Christian Landrock)