St. Petrus Glocke bimmelt

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Die St. Petrus Glocke wird vier Mal im Jahr zum Quartalsläuten angeschlagen. Damit erinnern die Mildenauer an ihre Bergbaugeschichte. Foto: Christof Heyden

Mit einem besonderen akustischen Kleinod erweist der Familienbetrieb Schreiter seine Referenz an den Bergbau: Die St. Petrus-Glocke erinnert lautstark an Zeitgeschichte.

Mildenau. Glasklarer metallener Glockeklang erfüllte Mildenau am Samstagvorabend. Drei Minuten ertönte der auf dem Hausdach der Drechslerei Schreiter installierte Signalgeber, per Seil angeschlagen von Gastgeber Sebastian Schreiter. Erstmals in diesem Jahr versammelte sich eine aufgeschlossene Gästeschar zum vier Mal jährlich veranstalten Quartalsläuten.

„Wir orientieren uns am katholischen Kirchenkalender“, erklärt Sebastian Schreiter. Demzufolge griff er am Samstag vor Reminiscere, dem zweiten Sonntag in der österlichen Fastenzeit, zum Seil, um den Klöppel zur Freude vieler Besucher in Schwung zu bringen.

Sebastian Schreiter schlägt die auf der Hofeinfahrt angebrachte Glocke per Seil für drei Minuten. Foto: Christof Heyden

Die Schreiters erweisen zusammen mit ortskundigen Einheimischen der Bergbaugeschichte ihre Referenz. „Es ist nachgewiesen, dass am Standort unseres Familienbetriebes für erzgebirgische Holzkunst einst ein Huthaus stand. Hier wurde in der Grube St. Petrus um 1591 nach Erz gegraben. Anlass für uns, dies zu würdigen“, so der Mildenauer. In Eigeninitiative wurde 2011 das Projekt Glocke auf den Weg gebracht.  Die rührigen Erzgebirger hatten zudem vorab einen Geschichtsweg begründet, der mit der Glockenweihe am 3. Oktober 2012 um ein reizvolles Stück erweitert wurde. Zum Gelingen des ungewöhnlichen Projektes haben beispielsweise Pfarrer i.R. Erdmann Paul und Chronisten wie Heiko Melzer beigetragen.

Das erste Quartalsläuten stand thematisch im Zeichen des Hutmannes: Dieser schließt symbolisch die Tür zum neuen Jahr auf, er wacht und ordnet, er prüft und pflegt.