Kapelle steht das Wasser am Bauchnabel

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Ungezählte Zeitdoukmente erzählen die Geschichte von Eppendorf. Einst waren die Wäsche- und Schuhindustrie der prägende Wirtschatfsfaktor. Nur Bilder berichten nun noch davon. Foto: Christof Heyden

Nach den kalorienreichen Festtagen unterbreiten die Organisatoren der Heimatausstellung Eppendorf ein Erlebenisangebot für Augen-, Ohren- und Tastsinn.

Eppendorf. Hochbetrieb heute am letzten Öffnungstag der reizvollen Schau im Jahr 2017. Noch einmal hat die mehrere Hundert Exemplare zählende Exposition Gäste angelockt. Dem Höhepunkt im kulturellen Ortsleben der Gemeinde in den zurückliegenden zwölf Monaten „90 Jahre Freibad“ gilt diesmal das besondere Augenmerk. Auf einem Dutzend Schautafeln wird vom Werdegang der beliebten Freizeiteinrichtung berichtet. 1926 bewegte die Volksbadfrage die Gemeindeväter in der extra gegründeten gleichnamigen Kommission, die ein Jahr später von der Eröffnung des Bades berichten konnte.

Gerd Heydenreich und Margitta Mehnert vom Team Ausstellung (von links) stöbern mit Evelyn Kehr vom Badverein in Ausstellungmaterial zum Thema 90 Jahre Badverein. Foto: Christof Heyden

Mit ungezählten Fotos und Zeitungsberichten erzählen die Aussteller vom Werdegang, werden Bademoden und Badfeste genauso vorgestellt, wie an Arbeitseinsätze und Umbauarbeiten erinnert wird. Wer kennt schon noch die Musikanten, die in den 1930er-Jahren Geige, Konzertina und Trompete spielend bis zum Bauchnabel im Wasser stehen? Unvergessen die Betriebsfestspiele, bei der die Hochseiltruppe Wolmani mit Motorrad über das Bassin schwebte. Auch den die guten Geister der Einrichtung wird gedacht, etwa verdiente Bademeister wie Joachim Kaeselitz. Ein Hauch emotionaler  Zeitgeschichte dürfte sich mit dem vorgeführten Video vom Freibad einstellen, welches auch von einzugartigen Archivaufnahmen lebt.

Inspiriert von den Großeltern besuchen auch Paula (7) und Hanna (14) die Schau. Ihnen gefällt ein Kinderspielzeugwagen aus den 1950er Jahren. Foto: Christof Heyden

Zum gestrigen Besuchstag standen auch einstige Gaststätten und die Schule im Interesse der Gästeschar, die sich zahlreich einstellte. Staunend registrierten junge Leute, als welch erfolgreicher Wirtschaftsstandort Eppendorf einst galt. In der Ausstellungen berichten Firmenporträts, wie Erzeugnisse aus dem einstigen Sortiment, etwa Bettwäsche und Schuherzeugnisse, ausgestellt werden.  Als ältestes Exponat gilt übrigens ein Mühlstein, etwa 400 Jahre alt, der im seinerzeit Eppobach genannten Gewässer seinen Dienst versah.

Die Ausstellung „Eppendorf – von der Besiedlung bis zur Gegenwart“ in der Alten Schule ist dienstags zu besuchen. Öffnungszeiten werden bekannt gemacht.