3. Ikarus-Treffen in Hartmannsdorf wird Fahrzeugschau ungarischer Automobilgeschichte.

Hartmannsdorf. Fahrzeug und Fahrer strahlen an diesem Nachmittag um die Wette: Der schmuck aufpolierte Ikarus 55 und sein Chauffeur Reiner Schmidt. Vor der Garage in Hartmannsdorf funkelt Chrom im Sonnenlicht, der Lenker blinzelt vergnügt mit den Augen, Zufriedenheit wird sich einstellen, sobald letzte Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind.
Das Team von Bus und Kraftfahrer ist gewappnet für das 3. deutschlandweite Ikarustreffen. Das steigt am Pfingstsonnabend in Hartmannsdorf bei Chemnitz.

Auch das Schmuckstück der Regiobus Mittweida, Baujahr 1962, wird dann dabei sein. 62 Jahre ist Reiner Schmidt, ein echter Profi. Der Mann hat Benzin im Blut. Er hegt das wahrscheinlich zweitälteste fahrbereite Exemplar in Ostdeutschland wie seinen Augapfel. Seit 1974 ist er Busfahrer, steuerte einen Ikarus bis 1989. Zur Wende wurden die ungarischen Lastesel für den Passagiertransport dann nach und anch ausrangiert.
Zum Leidwesen von Schmidt. Der freut sich umso mehr, dass er im Unternehmen sachverständige Chefs fand, die sich für den Erhalt und die Restauration eines in einem Schuppen gefundenen Fahrzeugs einsetzten.

Ungezählte Stunden sind seit dem Wiederaufbau 1995- 1997 in den Oldtimer geflossen. Heute düst der Wagen mit Gesellschaften, Hochzeitsfeiern und Betriebsvergnügen durch die Lande. Schmidt ist mit seinem Vehikel bis nach Österreich gerollt, hat dem Bus genauso die Nordsee gezeigt, wie der Brummi regelmäßig zu deutschlandweiten Fahrzeugtreffen dabei ist.
„Rund 100.000 Kilometer bin ich im Jahr mit meinem Bus seinerzeit gefahren“, so der Experte. Seine bevorzugte Linie war die Städteverbindung Karl-Marx-Stadt – Leipzig. Der Mühlauer vermag nicht hochzurechnen, wie viele Passagiere da im Laufe der Jahrzehnte transportiert worden sind. Aus jenen Jahren stammen jedenfalls eine Vielzahl Utensilien, die über Busgeschichte in Sachsen berichten. Ob Fahrkarten, Richtungsschilder oder Wechselgeldautomaten, Reiner Schmidt hat vieles um seinen Ikarus 55 gesammelt.

Das 3. Ikarustreffen seiner Art wird vom „Freundeskreis Ikarus“ (FKI) organisiert, es findet Unterstützung durch den „Kraftomnibus e.V.“ aus Mittweida und dem „Verein Historische Nutzfahrzeuge e.V.“ aus Hartmannsdorf sowie weiteren einheimischen Partnern, wie dem Brauhaus Hartmannsdorf und dem Erlebnisgasthof & Hotel Braugut.
Es werden zwischen 15 und 20 Ikarus-Busse verschiedener Typen und Epochen erwartet. Neben Fahrzeugen von Verkehrsgesellschaften, Vereinen und Privatpersonen aus Deutschland sind auch einzelne Fahrzeuge aus dem benachbarten Ausland angemeldet.

Nach dem 1. Ikarus-Treffen in Deutschland in der Thüringer Landeshauptstadt Erfurt im Mai 2009 und dem 2. Ikarus-Treffen in Deutschland in der Großen Kreisstadt Löbau im Mai 2011 ist dies die die dritte derartige Veranstaltung, die ausschließlich Omnibussen des einstigen ungarischen Herstellers vorbehalten ist. (HY/PM)

Fotogalerie
Fotogalerie
Fotogalerie
Fotogalerie
Fotogalerie
Fotogalerie
Zurück  Fotoserie 1/2  Weiter