Eine pfiffige Idee: „Cranzahl, das Spiel." So lautet der Unterhaltungsspaß für die Familie, den Würfelspiel begeisterte Tüftler entwickelt haben.

Cranzahl. Eine Gemeinde im Würfelfieber: Zur 650-Jahr-Feier von Cranzahl ist ein besonderes Jubiläumsgeschenk entwickelt worden: Ein Spielchen auf den Spuren der Ahnen, bei dem Einheimische besondere Erkenntnisse gewinnen: Geschichte spielend erfahren, dieses Spielmotto erweist sich als Reiz für kleine und große Fans der Unterhaltung. Das mit Würfel und Figur auszutragende Gewinnspiel vereint das Streben nach schneller erfolgreicher Wertung im Punktesammeln mit dem Wissen um regionale und örtliche Eigenheiten.

„Wir haben unseren Heimatort symbolisch auf die Aktionsmatte gebracht", erklärt Leon Böttcher. „Um zahlreiche Häuser und Geschäfte ranken sich Erzählungen, gibt es Begebenheiten. Diese haben wir zum Inhalt unseres Spiels gemacht. Jede Generation dürfte daran Gefallen finden." Der Zwölfjährige gehört neben Elias Benedict, Leon Eberlein und Florian Böhm zu den Schülern, die mit Projektleiter Frank Meier-Böttcher im Vorjahr die Grundidee lieferten.
Und so sitzen bis zu sechs Personen an einer reichlich 100 mal 40 Zentimeter großen entfaltbaren Kunststoffspielfläche, die einer Landkarte gleich den Dorfplan von Cranzahl abbildet. Entlang der als Aktionswege zu nutzenden Dorfstraßen sind 72 Abbildungen von markanten Geschäften aber auch weniger bekannten Standorten angeordnet, die ins Spiel einbezogen werden.



„Vor dem Start bekommt jeder Spielteilnehmer zehn Häuserkarten. Diese hat er nun schnellstmöglich, also mit Würfelglück, aufzusuchen", sagt Leon Böttcher. In welche Richtung der Akteur loslaufe, sei ihm überlassen. „Doch er muss es schaffen, kästchengenau vor die Gebäude zu kommen. Da angekommen, gilt es die auf der Rückseite der Häuserkarte aufgedruckten Fragen zu beantworten bzw. die zusammengestellten Daten, etwa vom Besitzer oder dem hier früher praktizierten Handwerk, den Spielteilnehmern vorzutragen."
Das sei für ihn eine spannende Erfahrung gewesen. „Ich habe gestaunt, wie viele Bäcker und Fleischer einst im Ort ihr Geschäft hatten."Doch damit nicht genug.

„Um Spannung und Dramatik zu erhöhen haben wir das Spiel zusammen mit den Jugendlichen weiter forciert", informiert Christina Lorenz vom Familienzentrum Cranzahl, welches federführend die Ausführung des Projektes übernommen hat. „Wie man es von renommierten Spielen schon kennt, setzen auch wir auf Ereignis- und Aktionskarten."
So wird beispielsweise jeder Teilnehmer auch mit einer Brot-, Getränke- und Leergutkarte ausgerüstet. „Die sind zu gegebenen Zeitpunkt einzusetzen. Dann darf der Spieler nicht mehr seinen erwürfelten Fußmarsch entlang der Straßen fortsetzen, sondern muss etwa sofort zum nächst gelegnen Bäcker, um Marschverpflegung zu kaufen."

Damit nicht genug. Die Ereigniskarten spicken den Laufweg der Akteure mit weiteren Szenarien. Hochwasseralarm ist genauso eingebaut. Dann heißt es schnellstmöglich ab zum Feuerwehrgerätehaus. „Und auch ein Euro kann gefunden werden: der wird für Eis eingelöst, bringt dich aber von der Route ab", gibt Christina Lorenz weitere Einblicke. Als Sieger schreibe sich derjenige in die Spielchronik ein, der zuerst die zehn Häuserpunkte gesammelt hat.
„Und da kann man schon Mal einen ganzen Nachmittag lang Spaß haben", sieht Leon Böttcher einen Trumpf, auch Enkel und Großeltern an einen Tisch zu bekommen.

Im Zuge des Projektes „Spurensuche, Heimatgeschichte kennen lernen" fördert die sächsische Jugendstiftung diese Idee der Schüler. „Wir haben vorerst 150 Exemplare fertigen lassen, die wir mit Festbeginn verkaufen wollen", sind Christina Lorenz und die zwei Dutzend Projektentwickler vom Erfolg ihres Jubiläumsspiels überzeugt.