Neudorfer gewinnt in rappelvoller Wettkampfarena die nichtolympische Gaudidisziplin "Suppentopf-Wettziehen"

Neudorf. David Büßer ist neuer Suppentopf-Wettzieh-Weltmeister 2015. Der 35-Jährige Suppenliebhaber bewies zur Neuauflage der Gaudiweltmeisterschaften im Erzgebirge die gehörige Portion Kraft am Wettkampfgerät: der Suppenterrine. Der zupackende Dachdecker setzte sich gegen sieben Mitbewerber im Finale gegen Peter Anton durch.
Dass er nach spannendem, Kräfte zehrendem Zweikampf die überdimensionierte Suppenterrine als Siegerpokal in den Händen hielt, hat er auch seinem Junior Philipp zu verdanken. „Mein Sohn hatte mich hinter meinem Rücken kurz entschlossen auf die Teilnehmerliste setzen lassen", sagt der Neudorfer, der damit den Pokal im Suppenland behält. Auch Chemnitzer, Auerswalder und Crottendorfer Kandidaten wagten sich ans Wettkampfgerät.

Der spätere Sieger, rechts, gegen Jonny Schmiedel.



Im „Kaiserhof" des liebvoll „Suppenland" genannten Dörfchens wurde die sportlich-lukullische Gaudikost für Jedermann geboten. Im Zweikampf griffen die Athleten sitzend an die Henkel des speziellen Suppentopfs. Der wird in einer Nut auf einem einen Meter langen und zwanzig Zentimeter breiten Küchenbrett als Blanche befestigt.
Auf Kommando des Jurychefs Stefan Süß, galt es schnellstmöglich das Kochteil an sich heranzuziehen. Wie beim Fechten signalisierte das Aufleuchten einer Lampe, zu wessen Gunsten das Streitobjekt verschoben wurde. Mit verschiedenen Taktiken versuchten die Bewerber zum Erfolg zu kommen.

Hunderte generationenübergreifende Augenpaare richten in der vollbesetzten Arena ihre Blicke auf die Bühne. „Ruck, Zuck, Zieh" lautete das Kommando. Ähnlich bayrischer Finger- und Armdrückwettbewerbe waren Schnelligkeit, Taktikgefühl aber eben auch Ausdauer gefragt. Die Hand einmal am Topp, galt es solange zu zerren, bis der Nachbar entkräftet aufgibt. Und: Wer abrutscht darf nicht noch einmal zufassen, Altersklassen gibt es nicht.
Der Sieger durfte die riesengroße tönerne Terrine nach Hause tragen, die es allerdings drei Mal zu erringen gilt, bevor er dauerhaft in Besitz des stärksten Suppenessers bleiben darf.

David Büßer erhält den Wanderpokal, den man aber drei Mal für den endgültigen Besitz erringen muss.