Das erzgebirgische Mundartwort des Jahres 2017 ist gefunden: "Sperrguschen" lautet der Favorit der Einheimischen und vieler Heimatverbundener.

Annaberg-Buchholz Mundart lebt: das beweist der Wettbewerb um das Mundartwort des Jahrs 2017, der vom Erzgebirgsverein und "Freie Presse" initiiert worden ist. Eine Jury aus Erzgebirgskennern hatte vorab unter den knapp 1000 zugesandten Mundart-Wörtern zehn Final-Vorschläge ausgewählt. Mit großer Mehrheit entschieden sich die Einheimischen für "Sperrguschen". Im hiesigen Zungenschlag bezeichnet dieser urtypische erzgebirgische Begriff jene Zeitgenossen, die alles wissen, jeden kennen und für alles offene Augen und Ohren haben, um alles an jeden weitergeben können.

Das Publikum erlebte eine heiter-zünftige Abschlussveranstaltung.

Das Publikum erlebte eine heiter-zünftige Abschlussveranstaltung.



Erstmals hatte der Erzgebirgsverein in Zusammenarbeit mit der "Freie Presse" die Aktion im Rahmen der Schnitzertage zu Jahresbeginn 2017 gestartet. Insgesamt 280 Personen aus 94 Städten und Dörfern beteiligten sich am Wettbewerb, wobei weitere 25 Einsender keine Angaben zu ihrem Wohnort machten. Die Vorschläge kamen aus Affalter über Bärenstein und Oederan bis hin zu Zschopau und Zwönitz. Frühere Erzgebirger reichten ihr Lieblingswort auch vom heutigen Wohnsitz wie Berlin, Dortmund und Karlsruhe ein. Die weitesten Einsendungen erreichten die Jury aus der Schweiz und den USA.

Die Vorsitzende des Erzgebirgsvereins Gabi Lorenz und CDU-Bundestagesabgeordneter Alexander Krauß zeigen sich sanges- und schunkelsicher.

Die Vorsitzende des ErzgebirgsvereinsGabi Lorenz und CDU-Bundestagesabgeordneter Alexander Krauß zeigen sich sanges- und schunkelsicher.



"Die Aktion ist auf eine riesige Resonanz gestoßen, wir waren echt überrascht, mit welchem Enthusiasmus sich junge und ältere Mitbürger, Einheimische aber auch Uhiesige beteiligt haben", sagt Kulturwartin Carmen Krüger vom Erzgebirgsverein. "Und auch der Zeitung haben die vielen Mundart-Beiträge zu einem gern gelesenen Farbtupfer verholfen. Mundart ist offenbar wieder in", sagte Jurymitglied Andreas Luksch, "Freie Presse"-Regionalleiter Regionalleiter im Erzgebirge.

Mitglieder des Egebrigsensemble Aue unterhalten in Mundart.

Mitglieder des Egebrigsensemble Aue unterhalten in Mundart



Gemeinsam mit dem gesamten Organisatorenteam des Wettbewerbs und dem Publikum ließen sie sich gestern die Mundart auch schmecken: Die Kekselmacher aus Leubsdorf steuerten originell beschriftetes Naschwerk bei. "Wir freuen uns, dass den Mitgliedern des Erzgebirgsvereins unsere süße Versuchung mundet", sagt Bäckereichef Jörg Lieberwirth. Der sieht das Band vom Drängberg hinüber zum Pöhlberg neu geknüpft. "Als gebürtiger Ehrenfriedersdorfer liegt mir der Zungenschlag, im Plausch mit Einheimischen profitiere ich sprachlich von meinen Kindheitstagen."