Was für eine Premiere: Stahlrossqualm, Geschütznebel und Pulverrauch sorgten am Wochenende für ein Spektakel im Pressnitztal

Jöhstadt. Im 125. Jubiläumsjahr feierte die Pressnitztalbahn (zwischen Steinbach und Jöhstadt im Erzgebirge verkehrend) eine Premiere: Erstmals sind Bahn und Militär ins Manöver gezogen. Die sächsischen Darstellungsvereine aus Wolkenstein und Radebeul probten mit Militärchronisten aus Thüringen und Berlin eine Szenerie, wie sie zu einem Spektakel 1863, am Vorabend der Schlacht bei Königsgrätz, hätte stattfinden können.
Dafür sattelten die königlich-sächsischen Jäger um: Statt mit Heu fressenden Vierbeinern mit jeweils einem PS, ließen sich die Truppen vom Kohle liebenden kraftstrotzende Stahlross ziehen. „Ein Ergebnis des industriellen Fortschritts war die Erfindung der Dampfmaschine und der Ausbau des Eisenbahnnetzes. Auch das Militär erkannte schnell die Bedeutung dieses Verkehrsmittels", sagt Thomas Pechmann (41).

Thomas Pechmann führt die Truppen an.

Thomas Pechmann führt die Truppen an.



Der Oelsnitzer ist Vorstand des Vereins und hat das Spektakel organisiert. „Bahnhöfe und Streckenpunkte wurden als schützenswerte strategische Ziele erkannt, genauso wie man die Eisenbahn als Transportmittel schätzen lernte." Für die Militärchronisten sei die Eisenbahn ein vielschichtiges Thema, daher gestalte man solche Szenen auch heute wieder nach.

Die Thüringer feuern ihre 70-mm-Kanone ab.

Die Thüringer feuern ihre 70-mm-Kanone ab.


Als Sachsen, Preußen und Österreicher übten 60 Geschichtsinteressierte gemeinsam mit der Interessengemeinschaft Pressnitztalbahn den Transport von Geschützen und Material auf Güterwagen, Sicherten die Bahnstationen und unterstützten das Lokpersonals beim Nachfassen von Betriebsmitteln. Ein Schmuckstück der Dampfgeschichte, der Nachbau der I K der königlich Sächsischen Staatseisenbahn ratterte über die Schmalspurstrecke. (HY)

Originalgetreu nachgebaute Waggons und die legendäre IK-Lok.

Originalgetreu nachgebaute Waggons und die legendäre IK-Lok.