Sonja Leupold erkocht sich mit bodenständigem Gericht die Siegerschleife im Suppenland und verweist 24 Mitbewerber auf die Plätze

Neudorf. Mit einer „Danziger Kartoffelsuppe" erkochte sich Sonja Leupold die Krone der Suppenkönigin im Erzgebirge. Die Lokalmatadorin zeigte zur Neuauflage des seit 1994 ausgetragenen Wettbewerbs im Suppenland erneut ihr geschicktes Händchen und geschmackvollen Gaumen. Denn die 51-Jährige verteidigte den Titel aus dem Vorjahr, was bislang in zwanzig Jahren Suppenwettkochgeschichte nicht in den Topf kam.
Die Hobbyköchin setzte sich zur Suppenkocholympiade gegen 24 Mitbewerber aus zwölf Städten und Gemeinden durch.

Britta Engst aus Chemnitz gehört zu den Juroren.



Erstaunlich, dass nach dem Geschmacksurteil der sechsköpfigen Jury durchweg Frauen in die Top ten der Siegerliste gesetzt wurden. Dabei ging es so eng zu, dass zwei zweite Plätze ausgelobt worden sind. Auf das Treppchen der Kochmeisterinnen gelangten mit Dominique Ernst und Patricia Schulze die Zweitplatzierten, Rang drei erschmeckte sich Gabi Schellenberger.
Sonja Leupolds "Kartoffelsuppe Danziger Art" galt für die Juroren als auch Köchin als bodenständiges Gericht mit herkömmlichen Zutaten. Gefragt sei aber eine Portion Erfahrung, so die Siegerin. „Es ist eine Suppe, die ich durch meinen Vater kochen gelernt habe, denn der stammt aus Ostpreußen", sagte die Mutter zweier Kinder. In Tochter und Ehemann hat die Mitarbeiterin eines Oberwiesenthaler Volkskunstbetriebes die wichtigsten Tester gleich am heimischen Herd zur Seite, und die ermutigten die Erzgebirgerin, diese Rezeptur weil äußerst schmackhaft, für den Wettkampf zuzubereiten.

Gerlinde Bauer, links, und Mitstreiterinnen bereiten die Kostproben für die Jury vor.



Von den durchweg Hobbyköchen aus Chemnitz, Annaberg, Cranzahl, aber auch Bruchsal und sogar Berlin wurden namhafte Süppchen zum Vergleich gekocht: So galt es für die Juroren eine ´"Pharanonensuppe" und die „Marokkanische Zitronen-Joghurt-Suppe" genauso so bewerten, wie die „Flecknudelsupp" oder den „Kleinen Erntedank".
Die Jury im Neudorfer "Kaiserhof" erkannte Dominique Ernst aus Annaberg für den „Deftigen Herbsttopf mit Wirsing-Hackröllchen" einen zweiten Platz zu, wie auch Patricia Schulze aus Neudorf mit der „Saarländischen Zucchinisuppe" auf dem Silberrang einkam. Gabi Schellenberger aus Auerswalde belegte mit einer Gyrossuppe den Bronzerang.
Alle Hände voll zu tun hatten die Organisatoren um Kerstin Jahn und Steffi Richter, die mit ihren Teams von der Gaststätte „Zur Bimmelbahn" und dem Suppenmuseum das Organisationsgeschehen bestens im (Suppentopf-)Griff hatten.

Steffi Richter, links und Kerstin Jahn sind die guten Geister des Wettbewerbs.



Peter Weigel folgte aus dem tschechischen Nejdek dem Ruf an den Suppentopf. Der Leiter des deutsch-tschechischen Berufsschulprojektes "Erzgebirge - Krušnohori kulinarisch erleben" folgte der Einladung zur Kirmes und besuchte zugleich das Suppenmuseum und die Räucherkerzenmanufaktur.
Feinschmecker dürfen sich die Rezeptur des Siegersüppchen in der Gaststätte "Zr Bimmelbah'" künftig schmecken lassen.

Zum Ende des Wettbewerbs werden Kostproben der Siegersuppe im Saal versteigert.