Farblose Holztypen aufgehübscht

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Steffi Heilmann bringt die Nase des Weihnachtsmannes wieder in Farbe. Foto: Christof Heyden

Ja ist denn schon wieder Weihnachten? Ein besonderer Sanierungsauftrag lässt Gahlenzer Fachleute im Sommer für Winterfiguren schwitzen.

Gahlenz. Die Nase zerkratzt, die Hand ramponiert und der Hut verblichen: Die Figuren der legendären Dresdner Striezelpyramide sind in die Jahre gekommen. Seit 1997 drehen 43 Typen auf dem weltgrößten im Guinness-Buch der Rekorde eingetragenen Drehteil ihre Runden. „Nach zwei Jahrzehnten im Einsatz wird es Zeit, sie zu überholen und wieder aufzuhübschen“, so Geschäftsführer Gundolf Berger. Und darauf verstehen sich die Fachleute seiner Firma Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz. Sie sind die Spezialisten für solche Riesenteile. Und: „Vor 20 Jahren ist die Pyramide in unserem Hause binnen sechs Monaten als Attraktion für den Dresdner Weihnachtsmarkt gebaut worden“, so der 62-Jährige Chef.

Jochen Schumann und Gundolf Berger, r. rücken den Pflaumentoffel zu Leibe. Foto: Christof Heyden

Und so kommen die Striezelmarktfiguren diesmal ins Schwitzen. Denn die 43 markanten Holztypen sind doch eigentlich nur an Minusgrade gewöhnt. In der Adventszeit ziehen sie die Blicke eines Millionenpublikums auf sich. Damit die Holzmodels weiterhin chic bleiben, gibt es jetzt die Verschönerungskur. „Schadhafte Stellen werden abgeschliffen, Farbe wird aufgetragen, obendrauf Holzschutzmittel gestrichen“, so Gundolf Berger. Und so geht es nicht nur dem Weihnachtsmann und dem Pflaumentoffel an die betagte Holzhaut. Der alte Lack muss runter.

„Es ist ein Auftrag der Stadt Dresden, über den wir uns freuen. Ein Zeichen, dass unser Können geschätzt wird“. In diesem Jahr startet der 584. Dresdner Striezelmarkt. Eines der wichtigsten Schmuckstücke erzgebirgischen Brauchtums wir dann wie neu glänzen. Auch die Holzkonstruktion der tragenden Aufbauten mit Tellern und Säulen wird einem Check unterzogen und überarbeitet. Allein der größte Teller hat einen Durchmesser von 5,50 Meter.