Ausgebimmelt? Von wegen altes Eisen!

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Karl-Heinz Altermann unter der mit 1,2 Tonnen schwersten und größten Glocke, die in Hartha aufgebaut wurde. Foto: Christof Heyden

Markanter Glockenklang lässt jetzt Hartha, Memmendorf und Frankenstein näher rücken. Die drei Ortsteile verbindet ein akustisches Signalsystem.

Frankenstein. Der Glockenpfad Frankenstein ist seiner Bestimmung übergeben. Der spezielle Wanderweg zur regionalen Kirchengeschichte führt zu vier Glocken, die aus dem Frankensteiner Gotteshaus 2015 wegen Einbau eines neuen Geläuts abmontiert und zeitweilig in Ruhestand versetzt wurden. Waren diese vier Glocken einst Informationssystem für die Gemeindemitglieder, kommt für die ausrangierten Exemplare nun die touristische Funktion hinzu.

Bernd Talkenberger gehört zu den Ideengebern, er hat auch den Glockenklang akkustisch festgehalten. Foto: Christof Heyden

Knapp sechs Kilometer können Unternehmungslustige unter Schusters Rappen oder den Drahtesel nehmen, um inmitten einer herrlichen Landschaft die Zeitzeugen der Ortsgeschichte in Augenschein zu nehmen. Auch das Klangerlebnis ist per pfiffiger Idee möglich: Informationstafeln an jedem Standort sind auch mit einem QR-Code versehen. Smartphonebesitzer können sich so auch via virtuellem Netzwerk den Klang der Teile anhören.

Startpunkt ist in Hartha, wo das mit 1,2 Tonnen schwerste Exemplar aufgestellt wurde. Es erblickt 1968 das Licht der Welt. Das Exemplar Nummer 2, die 700 Kilo schwere frühere Trauglocke hat am Kreisverkehr Memmendorf seinen Platz gefunden, wurde 1882 nach dem Kirchenbrand in Frankenstein von der Dresdner Gießerei Grosse geformt. Der dritte Eisenguss schwingt mit seinen 430 Kilogramm zwischen Memmendorf und Frankenstein, in Sichtachse zur Kirche Frankenstein. Vor dieser wiederum hat die kleinste, einst als Taufglocke bestimmte Signalgeberin ihren Standort erhalten.