Assen itze!

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Der Erzgebirgsverein und die Freie Presse suchen mit Unterstützung von erzgebrige.tv das Mundartwort des Jahres 2019. Im Bild die Karte für Wortvorschläge.

Ein verbaler Speiseplan soll landauf landab munden: Das Erzgebirge sucht ab sofort das Mundartwort des Jahres 2018 zum Thema Essen und Trinken.

Annaberg-Buchholz. Klar, das Neinerlaa kennen selbst Flachlandtiroler als erzgebirgische Spezialität. Doch was kommt bei den Mittelgebirgsmenschen noch auf den Teller? Und wie wird es im heimischen Zungenschlag bezeichnet?
Ab sofort darf wortreich serviert werden: fürs Mundartwort des Jahres 2018. Nach dem Start im Vorjahr haben Erzgebirgsverein und „Freie Presse“ die Neuauflage des Wettbewerbs um die Lieblingswörter der Einheimischen und ihrer Tischgäste zur 2. Auflage gestartet.  Bis September sind Vorschläge willkommen, am 4. November 2018 soll dann das Mundartwort im Kulturzentrum Erzhammer Annaberg-Buchholz verkündet werden. Die Teilnehmer mit dern originellsten Wortvorschlägen werden erneut zum heiter-lukullischen Spektakel eingeladen werden.

Das „Ackerbürgerhaus“ in Schlettau bietet rustikale Gastlichkeit in traditionsreichem Gemäuer. „Schieböcker“ heisst das erzgebirgische Essen. Foto: Christof Heyden

Indes, wie beliebt ist regional bestimmte Kost? Sie mundet Jung und Alt – hat Norman Pörschke beobachtet. Der Koch und Caterer betreibt Poerschis Kantine in Annaberg-Buchholz. „Rachermaad oder Getzen gehen immer.“ Ihr Name ist der Lößnitzer Firma Arzgebirgischer Assenfahrer Programm: „Unter vier täglichen Hauptgerichten ist wenigstens eines regional bezogen“, so Judith Scharnweber, Assistentin der Geschäftsleitung. So manches Rezept der Familie präge den Speiseplan. „Ich etwa bin mit Wickelklößen á la Omi groß geworden.“
Zünftig Essen ist für Benjamin Unger aber auch eine Erziehungsfrage. „Ein Geschmackserlebnis muss man zelebrieren lernen, die Sinne dafür prägen. So mancher weiß doch gar nicht, wie typisch eine Region schmeckt“, sagt der Spitzenkoch im Hotel Blauer Engel in Aue. „Im Zeitalter der Fertigmischungen kommen Geschmackskriterien zu kurz.“ Philosophie seines Hauses sei es, den Gästen ein Stück Heimat erlebbar zu machen, sie dafür zu sensibilisieren.

Dieter Auerswald, der die Schulküche in der Oberschule in Auerbach betreibt, sieht da noch viel Nachholebedarf: „Klar, auch ein Erzgebirgischer Sauerbraten schmeckt unseren Schülern. Indes: Im Tagesgeschäft sind Spaghetti die Nummer eins.“ Junge Leute für heimische Gerichte zu sensibilisieren, sei gar nicht so einfach. „Da sind die Eltern gefordert, bei ihren Schützlingen geschmacksbildend zu wirken.“

Einsendungen bitte an die Lokalredaktion Annaberg, Markt 8 in 09456 Annaberg-Buchholz oder an die Geschäftsstelle des Vereins in 08289 Schneeberg, Markt 6.