Spitzbuben narrten Läufer

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2004 rennt zum Zschupautallauf in Erdmannsdorf ein Mädchen den Jungen im Rundenlauf glatt davon. Foto: Christof Heyden

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf. Im Sinne des Spruchklassikers soll 2018 in Erdmannsdorf die 36. Auflage eines renommierten Athletentreffens starten: der Zschopautallauf.

Erdmannsdorf. Dessen Organisatoren nutzten jetzt einen Winterabend, um das Team der fleißigen Helfer auf das neue Spektakel einzuschwören. „Und vor allem einmal Danke zusagen“, begrüßte die Vorsitzende des Sportvereins Erdmannsdorf, der Träger der Veranstaltung ist, Sabine Mähnert die zuverlässigen Mitgestalter. Die stehen als Wegposten, Zeitnehmer, Verpflegungsfachleute und Mitglieder des Wettkampfgerichts in ungezählten ehrenamtlichen Stunden ihre Frau und Mann. Die 2017 zurückliegende 35. Auflage bot Anlass für einen stimmungsvollen Rückblick. Allen voran hatte Siegfried Kempe in den Pressearchiven gestöbert und seine persönlichen Aufzeichnungen hervorgekramt, um manche Episode aus dem Werden und Wachsen dieses Laufereignisses zu berichten.

Anfang der 1980er-Jahre seien Volkssportläufe „in“ gewesen. „Spätestens, nachdem die kleine Nachbargemeinde Hennersdorf den Knochenlauf aus der Taufe gehoben hatte, wollten die Erdmannsdorfer ebenso mit einem Laufevent aufwarten“, kennt Kempe das Geschehen. „Und so ertönte am zweiten Donnerstag im September 1983 erstmals der Startschuss auf dem Auensportplatz, der Starter schickte 53 Läufer auf Rundkurs.“ Im Jahr 1991 habe man erstmals die Teilnehmerzahl von 100 Aktiven überschritten: 130 Läufer nahmen die kleinere, 4,8 Kilometer lange  und die große 8,5 Kilometer Schleife unter ihre Sohlen. Nachdem auch eine Zwei-Kilometerstrecke eingeführt worden war, erlebte der Bummilauf für Kitakinder und ABC-Schützen 1995 seine Premiere. Seitdem werden diese vier Distanzen in Erdmannsdorf gelaufen. In jenem Jahr wurden insgesamt 209 Athleten begrüßt.

Zschopautallauf 2006: Der Hennersdorfer Berg ist Marter im Streckenprofil des Zschopautallaufs, der Aufstieg wollte kein Ende nehmen. Foto. Christof Heyden

„Das Jahr 2002 ging als dramatisches Hochwasserjahr in die Chronik ein. Und trotz der erheblichen Flutschäden auf dem neben der Zschopau gelegenen Sportplatzgelände folgten 366 Teilnehmer dem Ruf zum Wettstreit“, erinnerte Siegfried Kempe an die unvergessenen Momente. Die bislang jüngste Auflage verzeichnete einen neuerlichen Rekord: 422 Sportler machten sich 2017 auf die Beine. Die Organisatoren haben nachgerechnet, dass sie bislang 10.000 Aktive auf Tempojagd geschickt haben. Und dies nahezu ohne große Blessuren.

„Klar, gab es auch manch Schrecksekunde und Ärgernis“ wusste der 80-jährige Sportsmann zu berichten. „Nicht nur einmal haben uns eigenwillige Experten die entlang des Kurses abgesteckten Markierungsfähnchen wie 1985 entfernt oder anders angeordnet. 2001 hatte dies die Folge, dass statt der erwarteten Spitzenläufer der langen Runde, allen voran die leistungsstarken Leichtathleten vom LAC Chemnitz und der SG Adelsberg, Freizeitsportler aus dem Ort weil mit Streckenkenntnis zuerst zum Auensportplatz zurückkehrten.“ Das weckte bei den Veranstaltern die Alarmglocken, denn die besten waren noch auf dem steilen Bergweg nach Grünberg.