Heimischer Zungenschlag gefragt

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Jugendkulturtage: Da wird auch getanzt und gerockt. Die Schüler der Freien Oberschule Gelenau sorgten mit ihrem Programm 2017 für Stimmung im Saal. Foto: Christof Heyden

Zum 25. Mal veranstaltet der Erzgebirgsverein 2018 die Jugendkulturtage. Junge Leute sind aufgerufen, ihren Spaß am Schnitzen und Klöppeln, aber auch zu musizieren zu zeigen.

Annaberg-Buchholz. Die Neuauflage der renommierten erzgebirgischen Jugendkulturtage steht im April 2018 an. Die zweitägige Veranstaltung mit Treffen der musisch Begabten im Erzhammer Annaberg-Buchholz und der handwerklich Geschickten im Museum Schneeberg zeigen, dass es jungen Leuten Laune macht, zu singen und zu sprechen, aber auch das klassische Brauchtum zu pflegen. Heuer soll der Wettbewerb zum 25. Mal ausgetragen werden. Der Erzgebirgsverein als Träger des Projektes ruft Mädchen und Jungen auf, ihr Geschick zu zeigen und am Leistungsvergleich teilzunehmen.

24. Erzgebirgische Jugendkulturtage: Kathleen Sickel zeigt an der Zither ihr Talent, begleitet von Thomas Baldauf. Foto: Christof Heyden

Seit 1994 werden die Jugendkulturtage alljährlich in den Bereichen Gesang, Instrumentalmusik und Mundart sowie Schnitzen, Basteln und Klöppeln vom Erzgebirgsverein durchgeführt, um die künstlerische Entwicklung junger Menschen zu fördern. „Für uns ist es wie Steckzwiebeln setzen“, zeigt sich Gabriele Lorenz, Bundesvorsitzende des Erzgebirgsvereins und Gastgeberin des Wettbewerbs entschlossen, den jungen Leuten das Beet der Brauchtumspflege weiter mit zu hegen. „Punktuell gibt es in der Region so manches Talent und das Engagement von jungen Künstlern. Denen gilt es fachliches Input zu geben, um die musische Saat noch besser aufgehen zu lassen.“

Bundesvorsitzende Gabriele Lorenz mit der Jury 2017: Stephan Malzdorf, Anett Illing und Steffen Kindt. Foto: Christof Heyden

„Wir bekommen prima Leistungen zu sehen und zu hören“, zeigt sich der Zwickauer Stephan Malzdorf als regelmäßiges Jurymitglied angetan. „Aber es muss noch mehr getan werden, um unsere Heimat in Wort und Gesang darzustellen, die Mundart zu erhalten und weiter zu geben. Das können Künstler allein nicht bewerkstelligen“, würde sich der Liedermacher und Moderator mehr Unterstützung durch die regionalen politischen Verantwortungsträger aber auch Wirtschaftslenker wünschen.
„Es ist ein schmaler Grad, da man auch schnell in die Ecke der Volkstümelei geschoben werden kann und andererseits Vorbehalte aufkommen, aus welch´ hinterwäldlerischer Region die Leute kommen, die sich für ihre Heimatsprache und Gepflogenheiten begeistern. Da gilt es geschickt mit erfahrenen Mitstreitern auszubalancieren.“

Abschlussbild der 24. Jugendkulturtage 2017 im Kulturhaus Erzhammer. Foto: Christof Heyden

Also ran an die Vorlagen und Texte, die es aus noch so manchem stillen Kämmerlein zu bergen gilt. Die Juroren verstehen es, Tipps für die Aneignung des Repertoires mitzugeben: Gerade im Hinblick auf Anton Günthers Liedgut und der anderen verdienten Liedermacher gilt es die Balance zwischen Aktualität und Historizität zu halten, die Interpretationsweise sollte nicht allein dem modischen Zeitgeist gerecht werden. Gerade die Facebook-Generation sammelt im Schunkel- aber auch Groove-Rhythmus und heimischen Zungenschlag jene Argumente, die Kunstsinnige verbindet, als dass sie Grenzen aufsetzt.